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Schwedt: Investoren an Raffinerie interessiert

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Raffinerie in Schwedt
Bisher verarbeitet die PCK-Raffinerie russisches Öl aus der Druschba-Pipeline. Das könnte sich bei einer Übernahme ändern. © Monika Skolimowska/dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist seit einigen Wochen auf der Suche nach einer Lösung, um die PCK-Raffinerie unabhängig von russischem Öl zu machen. Nun scheint es eine Option zu geben.

Berlin - Das Energieunternehmen Alcmene zeigt Interesse an der Übernahme der PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt, die bisher mehrheitlich zum russischen Staatskonzern Rosneft gehört und russisches Öl verarbeitet.

Habeck auf der Suche nach anderem Betreiber

„Wir stehen bereit, die Raffinerie PCK Schwedt komplett zu übernehmen“, sagt Raul Riefler, Geschäftsführer der Alcmene-Gruppe, dem „Handelsblatt“. Alcmene gehöre zur estnischen Liwathon-Gruppe, einem Ölterminal-Betreiber. Das Unternehmen könne „umgehend damit beginnen, eine langfristige Lösung für den Fortbestand der Raffinerie zu finden“.

Die Raffinerie in Schwedt wird bisher über die Druschba-Pipeline mit russischem Öl versorgt. Wegen des geplanten Öl-Embargos gegen Russland sucht Wirtschaftsminister Robert Habeck alternative Ölquellen für die Anlage. Habeck zufolge hat der russische Betreiber wenig Interesse an der Umstellung.

Alcmene-Gruppe könnte schnell agieren

Riefler sagte weiter: „Wir verfügen vermutlich als Einzige über die technischen Ressourcen, innerhalb weniger Monate Ladevorrichtungen nach Schwedt zu verlegen, durch die eine in Kriegs- und Sanktionszeiten gegebenenfalls erforderliche Auslastung der PCK allein über den Bahnverkehr ermöglicht werden könnte.“

Laut „Handelsblatt“ hat auch der Biokraftstoff-Unternehmer Claus Sauter, Vorstandschef der Verbio, Interesse an PCK. „Wir könnten am Raffineriestandort Schwedt demonstrieren, wie sich die Transformation von fossilen zu erneuerbaren Energien gestalten lässt. Schwedt ist dafür ideal“, sagte Sauter der Zeitung. „Es gibt dort zwei Produktionsstränge. Man könnte den einen dieser beiden Stränge zunächst weiter nutzen, um fossile Kraftstoffe zu raffinieren. Der zweite Strang könnte genutzt werden, um Biokraftstoffe der ersten und der zweiten Generation herzustellen.“ dpa

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