Stromkonzern will schneller „grüner“ werden

Für Ausbau erneuerbarer Energie: RWE besorgt sich Milliarden an der Börse

Der Energiekonzern RWE will sein Geschäftsmodell von Grund auf ändern - und das im Schnellverfahren. An der Börse ging das Unternehmen aus Essen den ersten Schritt.

  • Bei RWE soll künftig mehr auf die Karte Ökostrom gesetzt werden.
  • Das Essener Unternehmen möchte diesen Weg beschleunigen.
  • Mit einem Milliarden-Geschäft an der Börse wurde nun der Grundstein gelegt.

Essen – Per Kapitalerhöhung hat sich der Stromkonzern RWE an der Börse zwei Milliarden Euro besorgt. Damit soll unter anderem der Ausbau des Geschäfts mit Alternativen Energien finanziert werden.

Obwohl Analysten dieses Vorgehen positiv bewerteten, geriet der Kurs der RWE-Aktie am Mittwoch an der Frankfurter Börse unter Druck. Das Wertpapier des Essener Dax*-Unternehmens fiel am Vormittag um mehr als vier Prozent auf 32,80 Euro.

RWE hatte die Platzierung seiner frischen Aktien* in einem beschleunigten Verfahren durchgeführt, dabei wurden Altaktionäre vom Bezugsrecht ausgeschlossen. Zur Dividende sind die neuen Wertpapiere für das Geschäftsjahr 2020 berechtigt. Geplanter Handelsstart der neuen Aktien ist der 21. August.

Durch die Kapitalerhöhung wurden laut Unternehmensangaben die angebotenen gut 61 Millionen neuen Aktien für 32,55 Euro je Stück verkauft. RWE hatte die neuen Papiere auf einem recht hohen Niveau platziert: Noch Mitte März befand man sich mit gut 20 Euro im Corona-Tief, im Vergleich dazu stieg der Kurs bis zum Vortag um rund 70 Prozent auf über 34 Euro.

RWE: Stromkonzern plant große Investitionen in erneuerbare Energien

Mit dem Nettoerlös plant das Unternehmen, das bislang gut durch die Corona-Krise kam, Investitionen in den zusätzlichen, kurzfristigen Ausbau des Geschäfts mit Alternativen Energien, zudem soll die Weiterentwicklung der Produkt-Pipeline erfolgen. Ziel von RWE ist es, bis Ende 2022 die installierte Leistung auf mehr als 13 Gigawatt netto hochzufahren. Knapp fünf Milliarden Euro netto sollen für Alternative Energien bereitstehen.

Ab Ende 2020 wird der Energieriese im Zuge des Kohleausstiegs schrittweise seine Braunkohlekraftwerke im rheinischen Revier abschalten. Die Zukunft von RWE soll stattdessen „grün“ sein. Dazu passt, dass das Unternehmen jüngst die Übernahme des Entwicklungsgeschäfts für Onshore-Windkraft- und Solarprojekte beim finanziell angeschlagenen Windradbauer Nordex angekündigt hatte. Im Gegenzug würde Nordex dafür rund 400 Millionen Euro erhalten. (kh/dpa) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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