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Gewinneinbruch bei Munich Re: Vorstand hält trotzdem an Zielen fest

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Rückversicherer Munich Re
Das Logo des Rückversicherers Munich Re. © Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Auch Munich Re leidet unter den schwankenden Kapitalmärkten. Der weltweit größte Rückversicherer hält trotz eines Gewinnrückgangs von gut 30 Prozent an seinen Zielen fest.

München – Kursverluste bei Aktien und anderen Wertpapieren haben dem Rückversicherer Munich Re im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. Auf die Aktionäre entfiel ein Überschuss von 770 Millionen Euro und damit gut 30 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Dienstag in München mitteilte.

Munich Re: Vorstand peilt weiterhin Konzerngewinn von 3,3 Milliarden Euro an

Vorstandschef Joachim Wenning rechnet für das Jahr 2022 infolge der hohen Abschreibungen jetzt zwar mit einer geringeren Rendite auf Kapitalanlagen, peilt aber weiterhin einen Konzerngewinn von 3,3 Milliarden Euro an. Allerdings stehen die Ziele aus Sicht des Vorstands unter erhöhter Unsicherheit.

Dies liege an der fragilen Entwicklung der Wirtschaft, den schwankenden Kapitalmärkten und der unklaren Fortentwicklung der Corona-Pandemie, hieß es in der Mitteilung. Auch die finanziellen Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine seien noch sehr unsicher. Im ersten Halbjahr legte die Munich Re für Schäden infolge des Kriegs rund 200 Millionen Euro zurück.

Munich Re analysiert steigende Schäden durch Naturkatastrophen

Munich Re warnte im Juli zudem vor steigenden Schäden durch Naturkatastrophen. Der Rückversicherer dokumentiert und analysiert seit Jahrzehnten die von Naturkatastrophen weltweit angerichteten Schäden, da dies für die Risikoberechnungen von großer Bedeutung ist. „Im Grunde steigen die Schäden durch Naturkatastrophen weltweit, aber es ist nicht so, dass es in jeder Region der Welt bei jeder Gefahr eine klare Richtung gibt.“

Als Beispiel nannte Ernst Rauch, Leiter der Geoforschung des Unternehmens, tropische Wirbelstürme – Hurrikane, Taifune und Zyklone. „Deren Häufigkeit hat im Nordatlantik zugenommen, aber im Südpazifik war die Anzahl rückläufig.“ An der US-Ostküste und in der Karibik könnte die laufende Hurrikansaison heftiger ausfallen als üblich.

Die USA werden ohnehin überdurchschnittlich häufig von Naturkatastrophen getroffen. Im ersten Halbjahr beliefen sich die volkswirtschaftlichen Schäden dort auf 28 Milliarden Dollar, über 40 Prozent der weltweiten Summe. Den Großteil davon verursachten Schwergewitter und Tornados.

Zur aktuellen Hitze und Trockenheit in Europa verwies Rauch auf den Trend steigender Temperaturen bei zurückgehenden sommerlichen Regenmengen in Mitteleuropa. Die jährlichen Mitteltemperaturen in weiten Teilen Europas sind seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts um mehr als 1,5 Grad gestiegen. Hitze, Dürre und Waldbrände treten laut Munich Re-Datenbank auch in vielen anderen Regionen der Welt häufiger auf.

Der Weltklimarat IPCC hatte vor einigen Monaten an die Versicherer appelliert, ihre Schadenberechnungen für Naturkatastrophen zu überprüfen. „Das frühe Verstehen des Klimawandels ist für uns essenziell“, sagte Rauch. „Wir passen unsere Risikomodelle und unser gesamtes Risikomanagement kontinuierlich an wissenschaftliche Erkenntnisse an.“ (lma/dpa)

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