Exporte in die USA billiger

Chinesischer Yuan auf niedrigstem Stand seit 2008

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Eine Bankmitarbeiterin in Hai'an zählt US-Dollar-Banknoten neben einem Stapel von chinesischen 100 Yuan-Banknoten. Seit mittlerweile elf Handelstagen ist Chinas Währung auf Talfahrt. Foto: CHINATOPIX/AP

Eine zu starke Abwertung ihrer Währung wollen Chinas Entscheidungsträger wohl nicht. Doch die Talfahrt des Yuan hat den angenehmen Nebeneffekt, dass mitten im Handelskrieg mit den USA chinesische Exporte in den Dollar-Raum billiger werden.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Kurs des chinesischen Yuan ist auf dem niedrigsten Stand seit 2008. Am Donnerstagmorgen wurde für einen Dollar zeitweise 7,1736 Yuan gezahlt und damit so viel wie seit 2008 nicht mehr. Seit mittlerweile elf Handelstagen ist Chinas Währung auf Talfahrt.

Anfang August hatte der Dollarkurs die Marke von sieben Yuan geknackt. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als "rote Linie", die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde. Der Yuan-Kurs bewegt sich nicht gänzlich frei nach Marktkräften, sondern wird von der Notenbank Chinas beeinflusst. Die Zentralbank setzt täglich einen Mittelkurs fest, um den der Yuan im freien Handel nur begrenzt pendeln darf.

Nach Einschätzung des Devisenexperten Hao Zhou von der Commerzbank legt die chinesische Zentralbank den Yuan-Kurs "eher hoch fest". Allerdings konnte dies die Landeswährung zuletzt nur begrenzt unterstützen. Der Commerzbank-Experte erwartet, dass die Notenbank in Peking die Währung in absehbarer Zeit stärker unterstützen dürfte. Die chinesischen Entscheidungsträger haben nach Einschätzung von Hao Zhou kein Interesse an einer zu starken Abwertung.

Durch die Abwertung des Yuan werden chinesische Exporte in den Dollar-Raum billiger. Jüngste Kursverluste hatten die Sorge vor einer weiteren Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China verstärkt. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach kritisiert, die Volksrepublik würde ihre Währung künstlich abwerten, um die eigene Wirtschaft zu bevorteilen.

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