Massive Einsparungen bei Zulieferer

Probleme bei Zulieferer Bosch: Viele Hundert Stellen sollen wegfallen

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Beim Automobilzulieferer Bosch fallen bis 2021 gut 1600 Arbeitsplätze weg. Betroffen sind zwei Standorte in Baden-Württemberg.

Jetzt ist auch bei Bosch die Automobilkrise angekommen: An zwei Standorten in Baden-Württemberg fallen in den nächsten zwei Jahren weit über 1000 Arbeitsplätze weg.

Gerlingen/Baden-Württemberg - Der weltgrößte Zulieferer der Automobilindustrie gerät in wirtschaftliche Turbulenzen. Zulieferer Bosch sieht sich angesichts der sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos gezwungen, in den kommenden zwei Jahren gut 1600 Arbeitsplätze im heimischen Baden-Württemberg abbauen. Das bestätigte eine Bosch-Sprecherin auf Anfrage.

Stellenabbau bei Bosch: Automobilzulieferer spart an zwei Standorten ein

Betroffen sind demnach Jobs in der Antriebssparte an den Bosch-Standorten in Feuerbach und Schwieberdingen. In den Jahren 2020 und 2021 sollen in diesem Segment jeweils rund 800 Stellen in der Verwaltung, im Vertrieb und in der Forschung abgebaut werden. Zuvor hatten die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten über den Stellenabbau beim Automobilzulieferer berichtet.

Bosch mit Schwierigkeiten: Automobilindustrie im Umbruch

Die Sprecherin des Unternehmens begründete den Abbau damit, dass sich die Automobilindustrie im Umbruch befinde. Die Transformation hin zur Elektromobilität sei "in vollem Gange", zu diesem strukturellen Wandel kämen ein konjunktureller Abschwung und eine schwächer werdende Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos. Die Bosch-Sprecherin sagte: "Wir tun alles, um den Wandel möglichst sozialverträglich zu gestalten." Wie genau die Stellen beim Automobilzulieferer Bosch abgebaut würden, sei noch nicht entschieden, dazu stünden nun Gespräche mit Arbeitnehmervertretern an.

Stellenabbau bei Bosch: IG Metall reagiert auf Ankündigung

Die IG Metall Stuttgart und die IG Metall Baden-Württemberg reagierten "bestürzt" auf die Ankündigung von Bosch, gut 1600 Stellen abzubauen. "Damit stellt sich der Traditionskonzern in eine Reihe mit renditegetriebenen Automobilzulieferern, deren vorrangiges Ziel es ist, die Marge zu steigern – notfalls auf dem Rücken der Beschäftigten", hieß es in einer Stellungnahme. Die Gewerkschaften forderten Bosch auf, Veränderungen gemeinsam mit den Beschäftigten anzugehen statt Personalabbau zu betreiben. Auch in Schwäbisch Gmünd sollen weitere 1.000 Stellen bei Bosch abgebaut werden, wie echo24.de* berichtet.

Stellenabbau bei Bosch: Maßnahmen beim Automobilzulieferer absehbar

Bosch-Chef Volkmar Denner hatte bereits im August in einem Interview bekräftigt, die sinkende Nachfrage nach Dieselfahrzeugen werde zu einem spürbaren Stellenabbau führen. Denner hatte damals Abfindungsprogramme, Vorruhestandsregelungen und die Reduzierung der Zahl der temporär Beschäftigten genannt.

Die Bosch-Sprecherin sagte nun, das Unternehmen favorisiere eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden. Dies entspreche rechnerisch schon mal der Kapazität von etwa 500 Arbeitsplätzen.

Bosch beschäftigt weltweit momentan rund 410.000 Menschen, davon 140.000 in Deutschland. Bei dem Unternehmen hängen nach Angaben vom Mai weltweit etwa 50.000 Arbeitsplätze allein vom Diesel ab. Gleichzeitig investiert Bosch aber auch Milliarden in den Klimaschutz.

Ein weiteres Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg hat große Probleme: Der bekannte Suppenhersteller Knorr ist von der Schließung bedroht. Ist der Mutterkonzern schuld? Auch ein Streit mit dem Handelsunternehmen Kaufland könnte eine große Rolle spielen.

dpa/she/pf

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