Entscheidung im kommenden Jahr

Boeing 737 Max ist bei Lufthansa noch nicht aus dem Rennen

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Boeing 737 Max 8 im Fertigungswerk in Renton. Foto: Ted S. Warren/AP

Washington (dpa) - Der umstrittene Mittelstreckenjet Boeing 737 Max ist bei der Lufthansa noch nicht aus dem Rennen. Die Maschine komme bei einem geplanten Großauftrag von mehr als 100 Jets ebenso in Frage wie die Airbus A320 neo und weitere Flugzeugtypen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Entschieden werden solle im kommenden Jahr, geliefert sollten die neuen Maschinen dann 2023. Er glaube, dass die Boeing 737 Max dann "ein sicheres Flugzeug ist, das man bestellen und schließlich auch fliegen kann".

Die Boeing 737 Max darf derzeit in den USA, Europa und China nicht mit Passagieren abheben, nachdem in kurzer Folge zwei fast fabrikneue Maschinen mit zusammen 346 Menschen abgestürzt waren. Spohr sagte, die Entscheidung für Flugverbote sei "absolut richtig" gewesen. Er könne nicht sagen, wie lange die Untersuchungen dauerten. Er habe aber volles Vertrauen in die Behörden, dass die Flugzeuge nicht wieder abheben dürften, bevor der Grund für die Abstürze geklärt sei.

Ein Konzernsprecher sagte am Mittwoch in Frankfurt, bei einem Abendessen am Dienstag in New York habe Spohr sein Vertrauen in den Flugzeugbauer Boeing ausgedrückt. Man sei sich sicher, dass das Unternehmen die Probleme bei dem Flugzeug in den Griff bekomme.

Lufthansa will mit der Großbestellung kleinere Flugzeuge in der Konzernflotte ersetzen. Neben der 737 Max und der A320 neo kommen auch kleinere Modelle von Embraer und die Airbus A220 in Frage, sagte Spohr. "Es gibt vier Flugzeuge auf dem Markt, und wir schauen uns alle vier an."

Lufthansa hatte vor einigen Jahren die älteren 737-Jets aus ihrer Flotte genommen und auf der Kurz- und Mittelstrecke eindeutig Airbus bevorzugt. Zum Jahresende 2018 betrieb der Konzern 420 Flugzeuge aus der A320-Familie und keine einzige 737.

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