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WHO: Affenpocken keine internationale Notlage

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Affenpocken
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren, koloriert (Bestmögliche Bildqualität). © Andrea Männel/Andrea Schnartendorff/RKI/dpa

Derzeit ruft die UN-Gesundheitsorganisation noch nicht die höchste Alarmstufe aus. Doch das könnte sich noch ändern. Die Ansteckungsdynamik und das Virus werden genau beobachtet.

Genf - Der Ausbruch von Affenpocken in mehr als 50 Ländern wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorerst nicht als „Notlage von internationaler Tragweite“ bewertet. Das gab die UN-Organisation in Genf nach Beratungen eines Notfallausschusses bekannt, der aus Sorge über die Infektionen einberufen worden war.

Der Ausschuss will die Lage jedoch rasch neu bewerten, falls die Zahl der Ansteckungen oder der betroffenen Länder stark ansteigt, falls gehäuft Fälle unter vulnerablen Gruppen auftreten, oder falls sich das Virus verändert.

WHO-Chef besorgt

„Ich bin tief besorgt über die Ausbreitung der Affenpocken, die nun in mehr als 50 Ländern nachgewiesen wurden“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Seit Anfang Mai habe es 3000 Fälle gegeben. Um den Ausbruch einzudämmen, müssten Maßnahmen wie Überwachung, Risiko-Kommunikation, Kontaktverfolgung, Isolation, Behandlung und Impfungen verstärkt werden, sagte er.

Die WHO folgte der Empfehlung des Notfallausschusses Affenpocken, der zwar den „Notfall-Charakter der Situation“ feststellte, aber dennoch die Kriterien für eine internationale Gesundheitsnotlage - auf Englisch „public health emergency of international concern“ (PHEIC) - nicht erfüllt sah. Die unabhängigen Fachleute aus aller Welt wiesen darauf hin, dass Fallzahlen in manchen Ländern ein Plateau erreicht hätten oder möglicherweise fielen. Um das Risiko für die öffentliche Gesundheit bewerten zu können, müssten außerdem offene Fragen über das Virus, die Infektionswege und die Bandbreite der Symptome geklärt werden, hieß es.

Notfallausschuss warnt vor Diskriminierung

In vergangenen Jahren sind Affenpocken immer wieder in einigen afrikanischen Ländern aufgetreten. Seit Mai häufen sich Infektionen in anderen, vor allem europäischen Ländern, die nicht mit Afrika-Reisen in Zusammenhang stehen. Zumeist sind Männer betroffen, die gleichgeschlechtlichen Sex haben und wegen ihres jungen Alters nicht mehr gegen Pocken geimpft wurden. Diese Impfung schützt auch gegen Affenpocken. Der Notfallausschuss warnte davor, betroffene Gruppen zu diskriminieren, weil das die Bekämpfung der Affenpocken nur erschweren würde.

Laut WHO mussten nur wenige Patienten im Krankenhaus behandelt werden. Bislang wurde ein Toter gemeldet, dessen Immunsystem zum Zeitpunkt der Erkrankung schon geschwächt war. dpa

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