Gegenwind für den CSU-Chef

Rücktrittsforderungen an Seehofer - „Für einen personellen Neuanfang!“

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CSU-Chef Horst Seehofer.

Nach dem schlechten Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl regt sich an der Parteibasis Unmut über den Vorsitzenden Horst Seehofer.

Nürnberg - Der Chef des CSU-Kreisverbands Nürnberg West, Jochen Kohler, forderte Seehofers Rücktritt. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Kohler: „Auch wenn Herr Seehofer selber gesagt hat, dass er „keine Sekunde“ an einen Rücktritt denke, wir tun dies! Für einen personellen Neuanfang!“

Zuvor hatte auch der mittelfränkische CSU-Ortsverband Großhabersdorf einen Rücktritt gefordert. „Horst Seehofer hat als Parteivorsitzender das historisch katastrophale Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl persönlich zu verantworten“, erklärten die Ortsvorstände am Montag. Die CSU war bei der Wahl am Sonntag in Bayern auf 38,8 Prozent gestürzt - ein Minus von mehr als zehn Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2013.

Auch die Fürther CSU-Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger fordert den Rücktritt von Parteichef Horst Seehofer. „Ich glaube nicht, dass es ohne personellen Neuanfang geht. Seehofers Strategie war nicht erfolgreich“, sagte sie den „Nürnberger Nachrichten“ (Mittwoch). Guttenberger will diese Position auch in der Sitzung der CSU-Landtagsfraktion am Mittwoch vertreten: „Wir brauchen einen Neuanfang. Und das werde ich auch so sagen.“ Als Nachfolger komme für sie nur Finanzminister Markus Söder in frage: „Söder ist derjenige, der etwas durchsetzt. Wir sind mit ihm sehr gut gefahren. Er ist ein verlässlicher Partner.“

Aus Guttenbergers Sicht haben Seehofer und CDU-Chefin Angela Merkel nach dem langen Streit über die Flüchtlingspolitik „keine Sprachebene mehr. Das ist keine gute Basis“. Wenn Seehofer die Obergrenze fordere, Merkel sie aber noch vor der Wahl ablehne, „dann müssen wir uns die Frage stellen, ob die andere Seite uns noch in entsprechender Wertigkeit wahrnimmt.“ Sie sehe bei der Schwesterpartei CDU generell ein „Respektproblem“ zur CSU, insbesondere aber auch bei Merkel gegenüber Seehofer.

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dpa

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