Wie stark wird Geert Wilders heute?

Wahl 2017 in den Niederlanden: Das sagen die letzten Umfragen

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Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (r.) und Rechtspopulist Geert Wilders beim TV-Duell vor der Wahl in den Niederlanden.

Amsterdam - Heute wählen die Niederlande. Wird die PVV des Rechtspopulisten Geert Wilders stärkste Kraft? Das sagen die letzten Umfragen zur Niederlande-Wahl 2017.

Update vom 15. März 2017: Kommt bei der Parlamentswahl in den Niederlanden heute das nächste Polit-Beben? Wird Rechtspopulist Geert Wilders der Wahlsieger? Alle Infos im Live-Ticker zur Wahl 2017 in den Niederlanden.

Der Brexit steckt den überzeugten Europäern weiterhin in  den Knochen, der Erfolg des rechtspopulistischen Milliardärs Donald Trump in den USA ebenso: Heute sich nun alle Augen auf die Niederlande, denn am Mittwoch, 15. März, wählen die Holländer ein neues Parlament. Gibt es dann die nächste faustdicke Überraschung? 

Im Fokus steht bei der Wahl 2017 in den Niederlanden die PVV, die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders. Parallelen zum Triumphzug von Trump in Washington sind offensichtlich. Wilders PVV lasse sich als "Partei des wütenden weißen Manns" beschreiben, sagt der Politikforscher Aziz el Kaddouri. Nach dem Erfolg des umstrittenen Republikaners in den USA setzte Wilders selber auf die Trump-Karte und twitterte #MakeTheNetherlandsGreatAgain.

Wahl 2017 in den Niederlanden: Letzte Umfrage versprechen nur 13 Prozent für Wilders  

Die Nachfragen bei den Wahlberechtigten in den Niederlanden zeigen zuletzt allerdings einen neuen Trend auf. Während der Zuspruch für Wilders und seine anti-europäische und den Islam verachtende Politik in den letzten Monaten immer größer wurde, scheint sich das Blatt nun zu wenden. 

Einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Parlamentswahl hat die Partei von Geert Wilders in den Umfragen erneut stark verloren. Somit wird nach den Analysen von vier Instituten die Wilders-Partei sicher nicht die stärkste Partei werden. Nach den am Dienstagabend veröffentlichten letzten Umfragen könnte sie auf nur noch rund 13 Prozent kommen. 

Wilders sieht sich dennoch schon vor dem Ende des Wahltages als einer der großen Gewinner. Auch wenn es seine Freiheitspartei PVV nicht schaffe, stärkste politische Kraft zu werden, werde dies keine Niederlage sein, sagte er am Mittwoch kurz nach seiner Stimmabgabe an einer Grundschule in Den Haag. „Wir haben dieser Wahl unseren Stempel aufgedrückt. Jeder redet über unsere Themen“, erklärte er mit Blick auf die Debatten über Migration und den Islam. Der Wahlkampf sei großartig gewesen und der Einfluss seiner Partei nahezu täglich gewachsen.

Die Abstimmung ist der Auftakt des europäischen Superwahljahres, und das Ergebnis könnte Signalwirkung weit über die Landesgrenzen hinaus haben.

Den Umfragen zufolge konnte die rechtsliberale Regierungspartei VVD ihren Vorsprung in den Umfragen deutlich ausbauen und liegt nun bei bis zu 20 Prozent. Die Partei von Premier Mark Rutte profitierte vom diplomatischen Konflikt mit der Türkei der vergangenen Tage, analysierte das Forschungsinstitut I&O.

Wahl 2017 in den Niederlanden: Keine Zusammenarbeit mit Wilders

Untersuchungen haben aber auch ergeben, dass noch rund 75 Prozent der Wahlberechtigten in den Niederlanden unentschlossen sind. Unbeeindruckt von solchen Zahlen zeigt Wilders, dass er nur das macht, was er möchte. Bei einer großen TV-Runde im Zeichen der bevorstehenden Parlamentswahl waren am zwar viele Spitzenkandidaten angetreten - Geert Wilders aber nicht.      

Eine Zusammenarbeit mit Wilders schließen alle etablierten Parteien aus. "Die Chance ist nicht bei 0,1, sondern bei null Prozent", sagte Regierungschef Mark Rutte auf die Frage nach einer möglichen Koalition mit der Wilders-Partei. Trotzdem will Ministerpräsident Rutte nicht ausschließen, dass der Wahlsieger am Ende doch Geert Wilders heißen könnte. „Es gibt immer noch die reale Möglichkeit, dass Wilders vorne liegt, wenn wir am 16. März wach werden.“ 

Eine Regierungsbeteiligung der PVV scheint also so gut wie ausgeschlossen - selbst wenn es die Wilders-Partei doch noch schaffen sollte, die meisten Sitze in dem Parlament zu erringen, das sich insgesamt aus 150 Abgeordneten zusammensetzt.

Aktuell regiert in den Niederlanden eine Große Koalition, zu der die rechtsliberale Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD) und die sozialdemokratische Partij van de Arbeid (PvdA) gehören.

Die aktuelle Umfrage zur Wahl 2017 in den Niederlanden

Am 3. Februar wurden insgesamt 28 Parteien zur Wahl am 15. März 2017 zugelassen, nur 16 davon kandidieren in allen 20 Wahlkreisen. Die jüngsten Umfragen zeigen, wie eng die großen Parteien im Kampf um den Spitzenplatz beieinander liegen:  

Wichtig: Bei der Parlamentswahl in den Niederlanden gibt es keine Sperrklausel wie die deutsche Fünf-Prozent-Hürde. So können auch Klein- und Kleinstparteien in die wichtige zweite Kammer einziehen. Aufgrund des Fehlens einer Sperrklausel ist die Parteienlandschaft in Holland auch extrem zersplittert.

Partei

Beschreibung

Spitzenkandidat

Prozent lt. Umfrage*

Sitze im Parlament aktuell

Erläuterung

VVD

Volkspartij voor Vrijheid en Democratie

Mark Rutte

 16

40

P.d.v.A.

Partij van de Arbeid

Lodewijk Asscher

7

35

PVV

Partij voor de Vrijheid

Geert Wilders

13

12

SP

Socialistische Partij

Emile Roemer

10

15

CDA

Christen Democratisch Appèl

Sybrand van Haersma Buma

12

13

D66

Democraten 66

Alexander Pechtold

12

12

CU

ChristenUnie

Gert-Jan Segers

4

5

GL

GROENLINKS

Jesse Klaver

11

4

SGP

Staatkundig Gereformeerde Partij

Kees van der Staaij

2

3

Partij voor de Dieren

Partei für die Tiere

Marianne Thieme

3

2

50PLUS

50PLUS ist eine politische Partei in den Niederlanden, die die Interessen derjenigen Menschen vertreten will, die über fünfzig Jahre alt sind.

Henk Krol

3

2

Forum voor Democratie (FvD)

Eruopaskeptisch, nationalistisch, konservativ

Thierry Baudet

1

OndernemersPartij

Hero Brinkman 

Spitzenkandidat ist ehemaliger PVV-Abgeordneter

VNL (VoorNederland)

Jan Roos

0

2

Hervorgegangen aus Abspaltung von PVV-Fraktion

DENK

Denk ist niederländisch für „Denken“ und türkisch für "Gleichheit". DENK ist eine die Interessen der Türkei vertretende Partei in den Niederlanden.

Tunahan Kuzu

1

2

Hervorgegangen aus Abspaltung von PvdA-Fraktion.

NIEUWE WEGEN

Alfred Oosenbrug

1

Hervorgegangen aus Abspaltung von PvdA-Fraktion

Vrijzinnige Partij

Norbert Klein

1

Hervorgegangen aus Abspaltung von 50PLUS-Fraktion

*Die Prognosen ergeben sich aus dem jüngst veröffentlichten “Peilingwijzer“, der Analyse der sechs wichtigsten Umfragen.

Wahl 2017 in den Niederlanden: TV-Berichte und Ergebnisse

Am Mittwoch wählen die Niederlande ein neues Parlament. Merkur.de hat bereits zusammengefasst, wo Sie die Niederlande-Wahl 2017 in Deutschland live im TV und im Live-Stream sehen können. Und: Bei Merkur.de erfahren Sie auch, wann es Ergebnisse der Wahl gibt. Denn: In den Niederlanden sind die Wahllokale bis in den Abend hinein geöffnet.

js/Video: snacktv

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