Trotz Waffenruhe

Tote und Verletzte in der Ostukraine

+
Ein Schild warnt vor Minen zwischen Regierungs- und Rebellengebiet in der Ostukraine. Foto: Andreas Stein

Mehr als ein Dutzend Anläufe für eine Waffenruhe haben die Konfliktparteien in der Ostukraine genommen - zur Ernte, zu Ostern und anderen Feiertagen. Lange gehalten hat der Friede nie. Auch nach einer neuen Feuerpause berichten beide Seiten von Opfern.

Kiew/Donezk (dpa) - Im Kriegsgebiet Ostukraine hat eine neue Waffenruhe vor dem Schulbeginn kein Ende der Kämpfe gebracht. Zwar beruhigte sich die Lage etwas, doch die ukrainischen Regierungstruppen wie die von Russland militärisch unterstützten Separatisten berichteten von Toten und Verletzten.

Das Feuer hätte um 0.00 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 23.00 Uhr MESZ) eingestellt werden sollen. Die neue Waffenruhe soll für Kinder auf beiden Seiten einen gefahrlosen Schulanfang am 1. September ermöglichen.

Die Separatisten in Donezk erklärten, einer ihre Kämpfer sei von einem Scharfschützen getötet worden. Die Regierungsseite habe insgesamt fünf Mal gegen die Waffenruhe verstoßen. Ein Zivilist sei verletzt worden. Auch die Rebellen in Luhansk warfen der ukrainischen Armee Verstöße vor. Sie seien aus schweren Maschinengewehren beschossen worden.

Die Regierungsseite meldete einen getöteten Soldaten. Dieser sei kurz vor Mitternacht verletzt worden und später im Krankenhaus gestorben. Am Donnerstag hatte die Armee drei Verwundete registriert.

In dem Konflikt sind seit 2014 nach UN-Schätzungen 10 000 Menschen getötet worden. Ein Friedensplan wird von beiden Seiten nicht umgesetzt. Insgesamt sind schon mehr als ein Dutzend solcher Feuerpausen zu Ostern, Weihnachten oder zum Schulbeginn vereinbart worden, wobei die Kämpfe nach einigen Tagen wieder zunahmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare