Mögliche Kandidaten werden knapp

Statt Merkel-Nachfolge: Von der Leyen könnte ein ganz anderes Amt übernehmen

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Ursula von der Leyen werden Chancen auf das Amt als Nato-Generalsekretärin nachgesagt

Ursula von der Leyen galt lange als erste Anwärterin auf die Merkel-Nachfolge. Doch es könnte ganz anders kommen: Von der Leyen wird offenbar für ein hohes internationales Amt gehandelt.

Die turbulenten Wahltage waren gerade erst vorbei, da wurde in der Union erstmals öffentlich über eine Zeit nach der Ära Merkel nachgedacht. Erst ganz sachte - dann heftiger. „Unser mäßiges Wahlergebnis bei der Bundestagswahl legt uns ans Herz, personell eine Erneuerung anzugehen“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther vorsichtig. Die CDU sei „dahingehend degeneriert, der Bundeskanzlerin bedingungslos zu applaudieren“, hieß es wenig später markig aus dem Berliner Landesverband.

Allein: Selbst wenn die CDU die „Erneuerung“ angehen will, die Liste der überzeugenden Nachfolgekandidaten für Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel ist nicht gerade lang. Und sie droht noch kürzer zu werden. Denn glaubt man einem Bericht von Spiegel Online, dann könnte eine lange hochgehandelte Anwärterin womöglich einen ganz anderen Weg einschlagen. Denn spätestens 2019 wird der Posten als Nato-Generalsekretär frei - als Nachfolgerin im Gespräch ist wohl eine der profiliertesten CDU-Frauen.

Diplomaten sehen von der Leyen angeblich als mögliche Stoltenberg-Nachfolgerin

Im Hauptquartier des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses kursiere der Name Ursula von der Leyens schon jetzt verstärkt als Option für die Nachfolge des Norwegers Jens Stoltenberg, schreibt die Webseite. Von der Leyen gelte in Nato-Kreisen als „zupackende europäische Politikerin“ mit Sinn für die Belange der transatlantischen Beziehungen - auch die US-Vertreter seien voll des Lobes. 

Denn Eindruck hat bei der Nato offenbar nicht zuletzt hinterlassen, dass die Verteidigungsministerin erfolgreich für eine Etat-Erhöhung bei der Bundeswehr kämpfte. Und nicht zuletzt: Diplomaten zufolge würde die Nominierung „die gewachsene Rolle Deutschlands in der Allianz und in Europa widerspiegeln“ - also, im Umkehrschluss, Deutschland auch auf weiteres aktives Mitmischen bei Nato-Einsätzen einschwören.

Von der Leyen wäre die erste weibliche Nato-Generalsekretärin

Und was sagt Ursula von der Leyen selbst zu den Gedankenspielen? Vorerst: nichts. Es sei aber „kein Geheimnis“, dass die Verteidigungsministerin an dem prestigeträchtigen Posten Gefallen finden könne, schreibt Spiegel Online

Tatsächlich wäre die CDU-Politikerin die erste weibliche Nato-Generalsekretärin - und könnte so ein Stückchen Geschichte schreiben. Obwohl sie vor ihrer Ernennung 2013 mit dem Posten der Verteidigungsministerin zu fremdeln schien. Erstmal habe sie „tief Luft holen müssen“, als sie von Angela Merkels Plänen erfuhr, sagte von der Leyen damals.

Plan aufgegangen oder gefloppt? Von der Leyen wäre als Kanzlerin-Kandidatin weg vom Fenster

Der Treppenwitz: 2013 war spekuliert worden, ob Merkel von der Leyen im Verteidigungsressort über internationale Erfahrung zur neuen Kanzlerin aufbauen wolle - oder doch eher ruhigstellen. Nun könnte sich die Personalie als von der Leyens Sprungbrett zum Abschied aus der deutschen Politik herausstellen. Denn ließe sich die Politikerin für die vier- bis fünfjährige Amtszeit bei der Nato verpflichten, sie wäre als mögliche Nachfolgerin Merkels nach der nächsten Bundestagswahl de facto weg vom Fenster.

Die Union in Deutschland lassen die Überlegungen jedenfalls mit weiteren Fragezeichen zurück. Was kann nach Merkel kommen? Eine Liste von vier bis fünf Kandidaten gibt es zwar, wie merkur.de* kürzlich analysierte. Aber mit einem Abgang von der Leyens würde sie eben nicht gerade hochkarätiger.

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fn

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