Zwölfte Marke des VW-Konzerns

Volkswagen-Tochter Moia stellt eigenes Elektro-Fahrzeug vor

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Der neue vollelektrische Kleinbus der Volkswagen-Tochter MOIA auf der Konferenz TechCrunch Disrupt in Berlin. Foto: Christoph Dernbach

Der Volkswagen-Konzern will für weniger Autos auf den Straßen sorgen - zumindest in den überfüllten Metropolen. Auf der Konferenz TechCrunch Disrupt in Berlin stellte nun die Volkswagen-Tochter Moia ein Elektro-Fahrzeug vor, mit dem sich Fahrgäste eine Tour teilen können.

Berlin (dpa) - Die Volkswagen-Tochter Moia hat ihr erstes eigenes Fahrzeug und ein umfassendes Konzept für die Bildung von Fahrgemeinschaften vorgestellt.

Auf der Konferenz TechCrunch Disrupt in Berlin präsentierte Moia-Chef Ole Harms am Montag einen vollelektrischen Minibus, der bis zu sechs Fahrgästen Platz bietet und für Fahrdienstleistungen eingesetzt werden soll.

Das Fahrzeug wurde gemeinsam mit Volkswagen Nutzfahrzeuge und Volkswagen Osnabrück in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum von zehn Monaten geplant, entwickelt und gebaut. Es hat den Angaben zufolge eine Reichweite von mehr als 300 Kilometern und kann innerhalb von rund 30 Minuten auf 80 Prozent Ladekapazität aufgeladen werden. Mit einer Batterieladung sollen die Fahrer eine komplette Schicht bestreiten können.

Das Shuttle-Fahrzeug ist Teil einer größer angelegten Mobilitäts-Strategie der Volkswagen-Tochter: Das umfassende Ride- Pooling-Konzept, das Bilden von Fahrgemeinschaften, soll von kommendem Jahr an die Städte spürbar von Verkehr entlasten.

"Wir sind ab 2018 bereit, international durchzustarten und unser Ziel zu verwirklichen, bis 2025 die Städte Europas und der USA um eine Million Fahrzeuge zu entlasten", sagte Harms. Volkswagen nehme dabei in Kauf, dass unter den ersetzten Fahrzeugen auch Wagen aus dem VW-Konzern seien, sagte VW-Strategiechef Thomas Sedran. "Wenn wir das nicht machen, dann erledigen das andere."

Zum Auftakt sollen 200 Moia-Fahrzeuge in Hamburg an den Start gehen. Der Betrieb werde mit einer offiziellen Lizenz der Stadt aufgenommen. Moia will dabei den Fahrern flexible Arbeitszeitmodelle anbieten, auf die sich die Beschäftigten verlassen können. "Unsere Fahrer sollen eine Art Botschafter für Mioa sein", sagte Harms. In drei Jahren sollen in der Hansestadt rund 1000 Moia-Fahrzeuge unterwegs sein und rund ein Prozent des Transportaufkommens ("Modal Split") ausmachen.

Der Fahrgast ordert das Shuttle per App. Auf dem Weg zum Ziel ermitteln Algorithmen, welche weiteren Fahrgäste auf der Route eingesammelt und befördert werden können. Der Pooling-Algorithmus sorge so dafür, dass die Auslastung der Fahrzeuge steige und Umwege und Leerfahrten vermieden würden. Die Preise sollen zwischen einem Ticket im Öffentlichen Personennahverkehr und einer Taxifahrt liegen. Moia, die zwölfte Marke des Volkswagenkonzerns, war vor einem Jahr auf der TechCrunch Disrupt in London vorgestellt worden.

Das Fahrzeug baut technisch auf den Crafter, den großen Bruder des VW-Bulli, auf. Der Innenraum und wichtige Teile der Karosserie wurden aber komplett neu gestaltet. Die verwendete Lithium-Ionen-Batterie wird im kommenden Jahr auch bei Audi zum Einsatz kommen. Der Wagen selbst hat keinen Namen. "Der Service soll einen Namen haben", sagte Moia-Chef Harms. Wichtige Komponenten der Software stammen vom Startup Split Finland Oy, das bereits einen populären Ride-Pooling-Dienst in der finnischen Hauptstadt Helsinki betrieben hat. Das finnische Unternehmen war im vergangenen Sommer von Moia übernommen worden.

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