Diplomat wird abgezogen

Deutschland beschränkt diplomatische Beziehung zu Nordkorea

Deutsche Botschaft in Pjöngjang: In dem Gebäudekomplex war früher die Vertretung der DDR untergebracht, die schon seit 1949 diplomatische Beziehungen mit Nordkorea unterhielt. Foto: Auswärtiges Amt
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Deutsche Botschaft in Pjöngjang: In dem Gebäudekomplex war früher die Vertretung der DDR untergebracht, die schon seit 1949 diplomatische Beziehungen mit Nordkorea unterhielt. Foto: Auswärtiges Amt
Der deutsche Botschafter in Pjöngjang, Thomas Schäfer, zählt zu den erfahrensten westlichen Diplomaten in Nordkorea. Foto: Jörg Carstensen
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Der deutsche Botschafter in Pjöngjang, Thomas Schäfer, zählt zu den erfahrensten westlichen Diplomaten in Nordkorea. Foto: Jörg Carstensen
Chinesische Zöllner kontrollieren an der Grenze Lastwagen, die aus Nordkorea kommen oder dorthin fahren. Foto: Chinatopix
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Chinesische Zöllner kontrollieren an der Grenze Lastwagen, die aus Nordkorea kommen oder dorthin fahren. Foto: Chinatopix
Die von der Regierung Nordkoreas zur Verfügung gestellte und von der Zentralen Nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreitete undatierte Aufnahme soll den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zeigen, während er den Start der Interkontinentalrakete überwacht. Foto: KCNA via KNS/AP
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Die von der Regierung Nordkoreas zur Verfügung gestellte und von der Zentralen Nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreitete undatierte Aufnahme soll den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zeigen, während er den Start der Interkontinentalrakete überwacht. Foto: KCNA via KNS/AP
Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf. Foto: KCNA/Archiv
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Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf. Foto: KCNA/Archiv
Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang. Foto: Wong Maye-E
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Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang. Foto: Wong Maye-E
Die nordkoreanische Atomanlage Yongbyon auf einem Satellitenbild aus dem Jahr 2004. Foto: Digitalglobe
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Die nordkoreanische Atomanlage Yongbyon auf einem Satellitenbild aus dem Jahr 2004. Foto: Digitalglobe
Südkoreanische Soldaten spannen in Paju Stacheldraht während einer Militärübung nahe der Grenze zu Nordkorea. Foto: Ahn Young-Joon
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Südkoreanische Soldaten spannen in Paju Stacheldraht während einer Militärübung nahe der Grenze zu Nordkorea. Foto: Ahn Young-Joon
Der vom nordkoreanischen Rundfunk- und Fernsehkomitee zur Verfügung gestellte Videocrop zeigt Machthaber Kim Jong Un auf einem Raketen-Testgelände. Foto: KRT
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Der vom nordkoreanischen Rundfunk- und Fernsehkomitee zur Verfügung gestellte Videocrop zeigt Machthaber Kim Jong Un auf einem Raketen-Testgelände. Foto: KRT

Die USA wollen Nordkorea isolieren, Deutschland will seine guten Gesprächskanäle dagegen aufrecht erhalten. Den diplomatischen Druck verschärft die Bundesregierung aber trotzdem.

Washington (dpa) - Als Reaktion auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas schränkt Deutschland seine diplomatischen Beziehungen zu dem ostasiatischen Land ein.

Außenminister Sigmar Gabriel kündigte bei einem Besuch in Washington den Abzug eines deutschen Diplomaten - aber nicht des Botschafters - aus der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang an. Gleichzeitig sei Nordkorea aufgefordert worden, einen Botschaftsmitarbeiter aus Berlin zurückzubeordern.

"Der diplomatische Druck wird also erhöht, andere in Europa tun das auch", sagte Gabriel. Einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen lehnt er aber weiter ab.

Das Auswärtige Amt hatte wegen der nordkoreanischen Raketen- und Atomtests bereits Ende Juli zwei Botschaftsmitarbeiter aus Pjöngjang abgezogen und zwei nordkoreanische Diplomaten zur Ausreise aufgefordert. Die neue Personalkürzung wurde schon am Mittwoch dem nordkoreanischen Botschafter bei einer Einbestellung mitgeteilt.

Kurz danach forderte die Sprecherin des US-Außenministers, Heather Nauert, Deutschland und andere Staaten dazu auf, ihre diplomatischen Beziehungen zu dem Land ganz abzubrechen. US-Außenminister Rex Tillerson wiederholte diese Forderung im persönlichen Gespräch mit Gabriel nach dessen Angaben aber nicht. Auch auf anderem Wege gebe es keine entsprechende offizielle Aufforderung der USA an Deutschland, sagte er.

Deutschland hat eine "niedrige einstellige Zahl" entsandter Diplomaten in Pjöngjang, umgekehrt ist es die gleiche Größenordnung. Genaue Angaben macht das Auswärtige Amt aus Sicherheitsgründen nicht.

Der deutsche Botschafter in Pjöngjang, Thomas Schäfer, zählt zu den erfahrensten westlichen Diplomaten in Nordkorea. Er war schon von 2007 bis 2010 Botschafter dort und kehrte 2013 in die nordkoreanische Hauptstadt zurück. Die DDR hatte von 1949 bis 1990 diplomatische Beziehungen zu Nordkorea, die Bundesrepublik Deutschland seit 2001. In dem recht großen Botschaftsgebäude, der früheren DDR-Botschaft, sind sieben andere Länder mit Botschaftern oder ständigen Vertretern untergebracht.

Der jüngste Raketentest Nordkoreas am Mittwoch war der 19. in diesem Jahr. Im September hatte das kommunistisch geführte Land zudem zum sechsten Mal einen Atomtest unternommen.

Die Amerikaner setzen auf eine Isolation Nordkoreas. Deutschland will den Gesprächsfaden dagegen aufrechterhalten und alle Kanäle nutzen, um zu Fortschritten in dem Atomstreit zu kommen. Die Bundesregierung unterstützt allerdings die Sanktionen gegen Nordkorea. Weitere Maßnahmen schloss Gabriel nicht aus. "Natürlich sprechen wir mit unseren europäischen Kollegen auch darüber, ob es notwendig ist, den diplomatischen Druck noch weiter zu erhöhen", betonte er.

Tillerson verzichtete wie üblich auf eine gemeinsame Pressekonferenz mit Gabriel. Vor dem Treffen mahnte er lediglich China, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. "Ich glaube die Chinesen tun viel. Wir glauben aber, sie könnten mehr beim Öl tun", sagte er. Die Einschränkung der Öllieferungen sei das "effektivste Instrument", um Nordkorea unter Druck zu setzen.

China regagierte zurückhaltend auf die Forderung der USA. Peking sei stets dafür eingetreten, die vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen umzusetzen, sagte Außenamtsprecher Geng Shuang am Donnerstag in Peking. Eine Lösung des Konflikts müsse mit "Verhandlung und Dialog" erreicht werden. Ein militärisches Eingreifen sei keine Option. Im Einklang mit bisherigen UN-Sanktionen hatte China seine Öllieferungen an Nordkorea im Oktober beschränkt, aber nicht komplett eingestellt. 

Auch Russland sprach sich gegen einen Stopp der Öllieferungen aus. "Wir stehen dem ablehnend gegenüber", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag in Minsk. Moskau habe schon mehrmals betont, dass der Druck durch Sanktionen keine Wirkung zeige. Die Haltung der USA könne Pjöngjang sogar zu dem jüngsten Raketenstart provoziert haben. "Es scheint, als ob alles mit der Absicht gemacht wurde, damit (der nordkoreanische Machthaber) Kim Jong Un ausrastet und eine weitere verzweifelte Tat unternimmt", sagte Lawrow der Agentur Tass zufolge.

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