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Flugzeug stürzt über Griechenland ab – mit „gefährlicher Fracht“ und ukrainischer Besatzung

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Von: Patrick Mayer

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Nach Flugzeugabsturz in Griechenland: Soldaten in biochemischen Schutzanzügen untersuchen die Unglücksstelle.
Nach Flugzeugabsturz in Griechenland: Soldaten in biochemischen Schutzanzügen untersuchen die Unglücksstelle. © Sakis MITROLIDIS / AFP

Ein Flugabsturz über Griechenland sorgt international für Aufregung. Das verunglückte Personal war aus der Ukraine, geladen hatte die Antonow Munition.

München/Kavala - Was geschah am späten Samstagabend (16. Juli) nahe Kavala in Griechenland? Ein Absturz eines Frachtflugzeuges gibt weiter Rätsel auf. Die Maschine war in Serbien in der Stadt Nis gestartet. Der Pilot hatte ersten Erkenntnissen zufolge über der nördlichen Ägäis Probleme mit dem Triebwerk gemeldet und eine Notlandung in Kavala erfragt. Soweit kam das Flugzeug aber nicht mehr und stürzte stattdessen über Feldern nahe des Dorfes Palaiochori ab. Acht Menschen starben.

Flugzeugabsturz in Griechenland: Ukrainische Maschine stürzt nahe Kavala ab

An Bord sollen sich 11,5 Tonnen Munition für Mörsergranaten befunden haben, das verkündete der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic am Morgen bei einer Pressekonferenz in Belgrad . Ziel des Flugs war laut Stefanovic Dhaka in Bangladesch, die Munition sei vom dortigen Verteidigungsministerium bei einem serbischen Waffenhersteller bestellt worden.

Mehreren Medienberichten zufolge soll es sich bei der Besatzung allerdings durchweg um Ukrainer gehandelt haben, die verunglückte Antonow An-12 haben zu einem ukrainischen Frachtunternehmen gehört. 

Im Video: Drama nahe Thessaloniki (Griechenland) - Giftwolken nach Flugzeugabsturz

Flugzeugabsturz in Griechenland: „Keine weitere Verbindung zwischen der Fracht und der Ukraine“

Um Spekulationen vorzugreifen, bekräftigte Stefanovic, dass es „keine weitere Verbindung zwischen der Fracht und der Ukraine“ gebe. Anderslautende Spekulationen in Medien seien „völlig falsch“, erklärte der serbische Verteidigungsminister. Die Waffen seien nicht für Kiew bestimmt gewesen, seit 2016 erteile Belgrad keine Genehmigungen mehr für Waffenexporte nach Russland oder in die Ukraine.

Schon kurz nach dem Absturz war von einer „gefährlichen Fracht“ die Rede, Rettungskräfte konnten nicht zur Unglücksstelle eilen, weil sich an dieser immer wieder Explosionen ereigneten. Offenbar traten wegen der Munition auch giftige Dämpfe aus. Anwohner der umliegenden Dörfer Paleochori und Antifilippi werden zitiert: „Die Luft war unerträglich.“ Sie wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten, zwei Feuerwehrleute mussten zur Behandlung ins Krankenhaus.

Griechenland: Dieses Drohnenfoto zeigt die Absturzstelle eines Antonow-Frachtflugzeugs nahe der Stadt Kavala.
Griechenland: Dieses Drohnenfoto zeigt die Absturzstelle eines Antonow-Frachtflugzeugs nahe der Stadt Kavala. © Giannis Papanikos/AP/dpa

Flugabsturz nahe Kavala: Griechische Armee wegen beißender Dämpfe vor Ort

Wegen beißender Dämpfe sind mittlerweile Spezialkräfte der griechischen Armee mit ABC-Anzügen vor Ort, um die Unglücksstelle zu sichern. Die Experten könnten etwaige atomare, biologische und chemische Kampfstoffe aufspüren.

Hinweise darauf gibt es bislang nicht. Die verunglückte Maschine gehörte zur ukrainischen Fluggesellschaft Meridian Air Cargo und war bereits 51 Jahre alt. Jetzt soll die Ursache für den Absturz geklärt werden. (pm)

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