Verunreinigung die Ursache für den Spurenfund?

Übertragungsweg der Böhnhardt-DNA im Mordfall Peggy bleibt ein Rätsel

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Die sterblichen Überreste des Mädchens wurden im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen gefunden.

Wie kam eine Genspur des NSU-Mitglieds Böhnhardt auf die Kleidung der ermordeten neunjährigen Peggy? Das abschließende Gutachten lässt die Frage offen.

Bayreuth - Auch ein abschließendes Gutachten zu einer DNA-Verbindung zwischen dem Mordfall Peggy und dem NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt hat den genauen Übertragungsweg nicht klären können. An den untersuchten Gerätschaften einer Tatortgruppe des Landeskriminalamts Thüringen seien keine Genspuren von Böhnhardt oder der 2001 verschwundenen Schülerin festgestellt worden, teilten die Polizei in Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Freitag mit. Über den Fall hatten wir bereits berichtet*.

„Die gutachterlichen Ergebnisse sind mittlerweile an das LKA Thüringen für weitere qualitätssichernde Maßnahmen übergeben worden“, hieß es. Die Ermittler hielten noch einmal fest, dass die DNA-Spur von Böhnhardt nicht im Zusammenhang mit dem Tod von Peggy stehe.

Mordfall bis heute nicht aufgeklärt

2001 war die damals neun Jahre alte Schülerin im oberfränkischen Lichtenberg spurlos verschwunden. Der Mordfall ist bis heute nicht aufgeklärt. Im vergangenen Sommer entdeckte ein Pilzsammler zufällig die sterblichen Überreste des Mädchens im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen. Bei der Auswertung des gesicherten Materials wurde an einem Textilteilchen Genmaterial von Böhnhardt gefunden.

Die DNA-Spur stammt zwar von einem Kopfhörer Böhnhardts, der Mitglied im „Nationalsozialistischen Untergrund“ war - muss aber erst bei den Ermittlungen am Fundort der Knochen übertragen worden sein, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Dass eine Verunreinigung Ursache für den Spurenfund war, hatten die Ermittler bereits vermutet.

Lesen Sie außerdem auf merkur.de* einen Kommentar zu der Schlamperei der Ermittler.

dpa


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