Terror in Kabul

IS-Anschlag auf vollbesetzte Moschee: 28 Gläubige tot

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Ein afghanischer Polizist steht vor der Moschee in Kabul, auf die tags zuvor ein Anschlag verübt wurde.

Die Angreifer kommen, wenn die Moscheen am vollsten sind. Wieder haben IS-Kämpfer in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein schiitisches Gotteshaus überfallen. Wieviele Menschen starben, ist noch unklar.

Kabul -  Nach dem Angriff der IS-Terrormiliz auf eine Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen. 28 Gläubige seien getötet und mehr als 50 weitere verletzt worden, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Ismail Kawusi, am Samstag.

Der sunnitische IS beanspruchte die Tat über sein Sprachrohr Amak für sich. Die Moschee wird von Schiiten besucht. Anders als in vielen muslimischen Ländern gibt es in Afghanistan keine Geschichte blutiger Fehden zwischen Sunniten und Schiiten. Aber der IS greift seit seinem Aufkommen in Afghanistan Anfang 2015 vermehrt Versammlungsorte von Angehörigen der mehrheitlich schiitischen Minderheit der Hasara oder deren Moscheen an.

„Wissen nicht, ob die Angreifer tot sind“

Mehr als vier Stunden nach den ersten Schüssen zur Mittagszeit (Ortszeit) dauerte der Polizeieinsatz noch an. Es sei eine „Aufräumoffensive“ im Gange, sagte der Kabuler Polizeisprecher Basir Mudschahid. „Wir wissen nicht, ob die Angreifer tot sind oder sich irgendwo versteckt haben.“

Seinen Informationen nach sind in der Moschee zwei Sprengsätze explodiert. Beobachter hatten aber auf sozialen Medien von weiteren Explosionen berichtet. Der afghanische Journalist Bilal Sarwary twitterte, die Polizei habe eine Seitenwand des Moscheegeländes gesprengt, um Menschen die Flucht zu ermöglichen.

Die Angreifer waren während des wichtigen Freitagsgebets in die Moschee im normalerweise friedlichen und zentral gelegenen Wohnviertels Chair Chana eingedrungen. Zuerst hatte sich am Tor ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Spengstoffhunde sind im Einsatz

Ein Reporter der „New York Times“ berichtete von weinenenden Menschen, die hinter Absperrungen auf Nachricht von Verwandten warteten. Polizisten versuchten, sich mit einer Mini-Drohne über der Moschee einen Eindruck von der Lage zu verschaffen, Sprengstoffsuchhunde seien im Einsatz.

Zuletzt waren Kämpfer des IS Anfang August in eine Moschee in der westafghanischen Stadt Herat eingedrungen und hatten mindestens 50 Menschen getötet und mindestens 80 verletzt. In Kabul hatte der IS zuletzt Mitte Juni eine Schiitenmoschee an einem hohen schiitischen Feiertag angegriffen und vor dem Tor mindestens vier Menschen getötet. Die Täter wurden in der Küche abgefangen und erschossen, bevor sie in das vollbesetzte Innere vordringen konnten. Im November hatte der IS bei dem Angriff auf eine schiitische Moschee in Kabul um die 30 Menschen getötet und rund 80 verletzt.

dpa

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