Das sind die Gründe

Studie erklärt, warum Rechtspopulisten gewählt werden

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Pegida-Demonstranten in Berlin 

Eine aktuelle Studie will herausgefunden haben, warum Rechtspopulisten gewählt werden und führt verschiedene Attribute der Wähler auf.

Rechtspopulisten werden einer Studie zufolge häufig von Menschen gewählt, die sich gesellschaftlich abgehängt fühlen, ohne arm zu sein: AfD-Wähler ordnen sich unabhängig von ihrem tatsächlichen Einkommen in der Gesellschaft niedrig ein und erlebten im Vergleich zu den Eltern einen sozialen Abstieg, wie es in einer am Mittwoch von der DGB-nahen Hans-Böckler-Stiftung heißt.

"Menschen, die AfD wählen oder es in Erwägung ziehen, befinden sich somit überwiegend nicht in einer finanziell prekären Situation, aber sie fühlen sich vor möglichen Krisen in der Zukunft nicht ausreichend geschützt", heißt es in der Studie.

Der Untersuchung zufolge treiben ausgeprägte persönliche Zukunftssorgen wie die Absicherung im Alter und Zukunft der Kinder die Menschen zur AfD. Die Zukunft der Arbeitswelt werde bei ihnen überdurchschnittlich stark mit Unsicherheit verbunden.

Das ist ebenfalls ein starkes Motiv

Ein weiteres Motiv für die Wahl von Rechtspopulisten sei die "subjektive Ohnmacht gegenüber der Politik". Die Entscheidung zugunsten der AfD werde umso wahrscheinlicher, je unzufriedener jemand mit dem Zustand der demokratischen Repräsentation und Willensbildung sei.

Zwar sind der Erhebung zufolge innerhalb der AfD-Wählerschaft Menschen einfacher Bildung überdurchschnittlich stark vertreten: Ihr Anteil liegt bei 40 Prozent, und damit um vier Prozentpunkte höher als beim Durchschnitt der anderen Parteien. Doch auch Menschen mit mittlerer Bildung sind mit 30 Prozent recht stark repräsentiert. Dies sind fünf Punkte mehr als bei den anderen Parteien.

Lediglich Menschen mit einer Hochschulreife (elf Prozent) oder akademischer Ausbildung (13 Prozent) sind im Vergleich zu allen Wahlberechtigten bei der AfD unterrepräsentiert.

Auch beim persönlichen Einkommen zeigt sich der Erhebung zufolge, dass kein besonderer Anstieg des Zuspruchs zur AfD am "unteren Rand" der Gesellschaft auszumachen ist: Es gebe keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Menschen mit einem geringen Nettoeinkommen von unter 1500 Euro und solchen mit einem Nettoeinkommen zwischen 1500 und 2500 Euro. "Die AfD-Wahl ist kein exklusives Phänomen besonders einkommensschwacher Lebensverhältnisse", heißt es in der Studie.

Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes spielt laut Ergebnissen eine Rolle

Unterliege das Arbeitsverhältnis keinem Tarifvertrag oder handele es sich um eine befristete Beschäftigung, werde eine Nähe zur AfD wahrscheinlicher als bei jemandem mit einem festen beziehungsweise tarifvertraglich geregelten Arbeitsverhältnis. Für die Studie wurden zwischen Mitte Januar und Anfang Februar 4892 Menschen online befragt.

AFP

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