Zwei Monate vor Parlamentswahl

SPÖ trennt sich von wichtigem Berater - Vorwürfe wegen Geldwäsche

Er galt als wichtiger Berater im Wahlkampfteam von Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern. Doch nun gibt es Vorwürfe, dass er in einen Fall von Geldwäsche verwickelt sein soll. 

Wien - Zwei Monate vor der Parlamentswahl in Österreich gerät Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern massiv unter Druck. Ein enger Berater seines Teams wurde in Israel wegen des Verdachts der Geldwäsche und Korruption festgenommen, bestätigte eine israelische Polizeisprecherin am Montag. Den insgesamt fünf verdächtigen Geschäftsleuten werden laut Polizei auch Dokumentenfälschung, Bestechung und Betrug vorgeworfen.

Die SPÖ trennte sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Berater, der seit längerem zum engen Umfeld von Kern gehört. Die rechte FPÖ forderte wegen des Vorfalls den Rücktritt des Kanzlers.

Der festgenommene Mann habe bisher die SPÖ-Wahlkampagne beraten und sozialwissenschaftliche Forschung im Bereich Meinungsumfragen betrieben, sagte SPÖ-Geschäftsführer Georg Niedermühlbichler. Der Polit-Stratege hatte frühere Anschuldigungen stets bestritten.

Der Fall ist nicht das einzige Problem der SPÖ im Wahlkampf. Erst unlängst war der SPÖ-Kampagnenleiter aus „privaten Gründen“ zurückgetreten.

Die FPÖ übte scharfe Kritik an Kern. Der Berater sei seit längerem unter dem Verdacht krummer Geschäfte und habe dennoch eine Schlüsselposition im Machtzentrum der Republik inne gehabt, so FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl.

Die konservative ÖVP verlangte Aufklärung. Generalsekretärin Elisabeth Köstinger sprach bei der Nachrichtenagentur APA von einem „wegen Geldwäsche verhafteten SPÖ-Wahlkampf-Mastermind“.

Der Hauptverdächtige, der israelische Milliardär Beny Steinmetz, war im Dezember schon einmal festgenommen worden. Nach Medienberichten wird er verdächtigt, Offizielle im westafrikanischen Guinea bestochen zu haben. Der Diamanten-Milliardär besitze ein Minenunternehmen, das Schürfrechte in Guinea erhalten habe. Auch Ermittler aus den USA und der Schweiz waren an der Untersuchung beteiligt.

Am 15. Oktober wählen die Österreicher ein neues Parlament. In Umfragen liegt die ÖVP deutlich vor SPÖ und FPÖ.

dpa

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