SPD-Kanzlerkandidat bei „Klartext“

Schulz nennt AfD eine “Schande für unser Land“

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Verärgert über die AfD: Martin Schulz in der ZDF-Sendung "Klartext".

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat der AfD vorgeworfen, das gesellschaftliche Klima in Deutschland zu vergiften. Besonders hervor hob er die Rolle des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke.

Berlin - „Diese Leute treten die Würde der Menschen mit Füßen“, sagte Schulz am Dienstagabend in der ZDF-Sendung „Klartext“, bei der 150 Bürger den Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) live befragen konnten.

Der Fraktionschef der AfD im Thüringer Landtag, Björn Höcke, wolle eine 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus durchsetzen. Die AfD sei eine „Partei der Hetzer“ und eine „Schande für unser Land“, sagte Schulz. Höcke hat sich wiederholt mit rechten Äußerungen hervorgetan - bekam allerdings Rückendeckung von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland. Er ist damit auf Gegenkurs zu Parteichefin Frauke Petry.

„Ich schmeiss die raus“

Auf die Frage eines Mannes im Publikum, der bei einer Meldestelle für antisemitische Vorfälle arbeitet, wie er im Bundestag auf entsprechende Provokationen der AfD reagieren würde, antwortete Schulz: „Ich schmeiss die raus.“ Als EU-Parlamentspräsident hatte Schulz einen rechten griechischen Abgeordneten nach rassistischen Aussagen des Saales verwiesen.

Zweites TV-Duell? Schulz schrieb Brief an Merkel

In der ZDF-Sendung forderte Schulz zudem Angela Merkel auf, sich einem zweiten TV-Duell zu stellen. Im Schlagabtausch mit Merkel am 3. September seien viele Punkte, die die Bürger bewegten, gar nicht angesprochen worden: „Deshalb habe ich Frau Merkel heute einen Brief geschrieben und Sie aufgefordert, ein nächstes Duell mit mir zu machen, damit all' diese Punkte auch diskutiert werden können“, sagte Schulz am Dienstagabend in der ZDF-Sendung „Klartext“ unter Beifall des Studiopublikums.

Wie die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) aus dem Schreiben von Schulz an die Kanzlerin zitiert, argumentiert Schulz darin, im TV-Duell seien die Themen Digitalisierung, Rente und Bildung zu kurz gekommen. „Auch Sie haben die sehr begrenzte Themenauswahl kritisiert. Ich stimme mit Ihnen absolut überein, dass wichtige Kernfragen unseres Landes nicht zur Sprache kamen.“

Weiter schreibt Schulz: „Die Bürgerinnen und Bürger verdienen eine umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes. Aus diesem Grunde fordere ich ein zweites TV-Duell vor der Bundestagswahl. Ich bin jederzeit dazu bereit.“

Auch die TV-Sender ARD, ZDF, RTL und SAT.1 hatten sich mehr als ein Duell gewünscht. Merkel lehnte dies ab.

dpa

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