„Entweder du killst ihn, oder...“

Nahles warnte Schulz offenbar in drastischen Worten vor Gabriel

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Martin Schulz, Sigmar Gabriel und Andrea Nahles (v.l.).

Andrea Nahles soll Martin Schulz vor Sigmar Gabriel gewarnt haben. Dabei griff die SPD-Frau offenbar zu besonders drastischen Worten.

München - Vom Kanzlerkandidaten zum einfachen Abgeordneten im Bundestag. Martin Schulz hat in den letzten Wochen eine Niederlage nach der anderen hinnehmen müssen und einen fast beispiellosen Abstieg hinter sich gebracht. 

Die SPD erkor den Mann aus Würselen zu ihrem Sündenbock für die verfehlte Parteipolitik der letzten Jahre - so jedenfalls sieht es Martin Schulz. Und ganz so falsch scheint seine Einschätzung nicht zu sein. Denn in der SPD wurden offenbar besonders raue Töne angeschlagen und Machtkämpfe scheinen eine gewichtige Rolle gespielt zu haben.

Nahles: „Entweder du killst ihn, oder er killt dich“

So soll Andrea Nahles Martin Schulz bereits Anfang 2017, als der die SPD-Kanzlerkandidatur angenommen hatte, mit drastischen Worten vor Sigmar Gabriel, der zuletzt gegen die SPD nachgetreten hatte, gewarnt haben: „Entweder du killst ihn, oder er killt dich.“ Sigmar Gabriel hatte Schulz damals zwar den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur gelassen und auch auf den Parteivorsitz verzichtet, sich aber das prestigeträchtige Amt des Außenministers gesichert.

Die warnenden Worte von Andrea Nahles stammen indes aus einem Vorabdruck des Buchs „Die Schulz-Story - ein Jahr zwischen Höhenflug und Absturz“ von Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen, aus dem bild.de zitiert. Feldenkirchen hatte Schulz über ein gesamtes Jahr lang begleitet und alle Erlebnisse protokolliert. Das daraus entstandene Buch soll heute in Berlin vorgestellt werden.

Gabriel: „Es bleibt dabei, du willst mich für deine Zukunft opfern“

Feldenkirchen beschreibt, wie die Freundschaft zwischen den beiden SPD-Granden nach und nach zerbrach. Neben den Unstimmigkeiten während des Wahlkampfes kommt ein besonders gravierendes Ereignis hinzu: Nach der Wahlniederlage und der schlussendlichen Entscheidung in die Große Koalition zu gehen, hatte sich Schulz dazu entschieden, Gabriel das Amt des Außenministers wegzunehmen. 

Dabei kam es auch zu folgender SMS, die Gabriel Schulz offenbar nach einem gemeinsamen Gespräch zukommen ließ: „Es bleibt dabei, du willst mich für deine Zukunft opfern.“ Der Rest ist Geschichte: Schulz musste sich nach der Rebellion in der Öffentlichkeit und der SPD-Basis von seinem Amtswunsch distanzieren und das Amt des SPD-Chefs aufgeben. Schulz sieht dabei allerdings den Fehler nicht nur bei sich. So wird er in dem Vorabdruck zitiert: „Jetzt geht die ganze Partei in die Regierung, nur der Parteichef darf es nicht.“

sdm

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