Kleiner, neue Verteilung

So könnte sich der Brexit auf das EU-Parlament auswirken

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Wenn die Briten die EU verlassen werden die Karten im Europaparlament teilweise neu gemischt.

Mit Blick auf den Brexit denkt das Europaparlament über eine vorläufige Reduzierung seiner Sitze nach. Die Pläne nehmen bereits konkrete Formen an. 

Brüssel/Straßburg - Demnach wären nach dem EU-Austritt von Großbritannien von den 73 britischen Sitzen 51 zunächst nicht mehr zu besetzen und die übrigen auf die verbleibenden Mitgliedsstaaten zu verteilen, teilte das EU-Parlament am Dienstag nach einer Debatte des Verfassungsausschusses mit. Das Parlament schrumpfe dann von 751 auf 700 Abgeordnete. Die somit freien Sitze könnten bei einer künftigen EU-Erweiterung neu besetzt oder mit europaweit gewählten Abgeordneten besetzt werden.

Kleiner Länder könnten profitieren

Der neue Vorschlag zur künftigen Sitzverteilung solle keinem Mitgliedsland einen Sitzverlust bescheren, hieß es. Vielmehr könne eine Umverteilung von 22 der freiwerdenden britischen Sitze die Vertretung der kleineren Länder im Parlament verbessern. Um die schon länger diskutierten transnationalen Wahllisten zu verwirklichen, müsse allerdings erst das EU-Wahlrecht reformiert werden, teilte das Parlament mit.

Bisher wählen die Bürger in jedem EU-Land nach nationalen Regeln ihre Repräsentanten für die europäische Volksvertretung in Straßburg und Brüssel. Der Vorschlag von Wahllisten mit Kandidaten aus unterschiedlichen Ländern zielt darauf ab, über eine Art Zweitstimme Abgeordnete von Parteienfamilien unabhängig vom Herkunftsland zu bestimmen.

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dpa

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