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Silvester-Drama: Ausschreitungen in Leipzig – Todesopfer nach Feuerwerks-Explosion in NRW

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Von: Martina Lippl, Christoph Klaucke

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Ausschreitungen in der Neujahrsnacht in Leipzig: Ein Polizist steht an der Eisenbahnstraße vor Einkaufwagen mit brennenden Gegenständen.
Ausschreitungen in der Neujahrsnacht in Leipzig: Ein Polizist steht an der Eisenbahnstraße vor Einkaufwagen mit brennenden Gegenständen. © Sebastian Willnow/dpa

Ein Toter und ein schwerverletzter Mann sind nach einer Feuerwerks-Explosion in NRW zu beklagen. In Berlin wurden 12 Personen bei einer Silvesterparty verletzt. Darunter ein Kind.

Update vom 1. Januar 2022, 22.47 Uhr: Bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers ist ein 20-Jähriger in Thüringen tödlich verletzt worden. Der junge Mann habe den Böller gezündet, der dann explodierte, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend auf Anfrage der dpa. Der Vorfall habe sich in der Silvesternacht in einem Ort im Saale-Holzland-Kreis ereignet. Die Polizei hatte über die tödliche Explosion zunächst nicht berichtet, um die Angehörigen zunächst über den Tod des 20-Jährigen zu informieren.

Wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte, werde noch ermittelt, sagte der Polizeisprecher. Es werde untersucht, ob es sich bei dem Feuerwerkskörper möglicherweise um einen Eigenbau oder einen Import handele. Die Ermittlungen würden von der

Feuerwerkskörper explodiert in NRW

Update vom 1. Januar 2022, 15.08 Uhr: Ein 37-jähriger Mann ist bei der Explosion eines Feuerwehrkörpers an Silvester in Hennef (NRW) ums Leben gekommen. Ein 39-Jähriger wurde schwer verletzt (siehe Update 7.20 Uhr). Er befindet sich nach RTL-Informationen nicht mehr in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft habe demnach die Ermittlungen übernommen. Zudem habe der Bruder des Opfers gegenüber dem TV-Sender bestritten, dass es sich bei dem Feuerwerkskörper um einen selbstgebauten Böller gehandelt habe.

NRW: Silvesterbilanz sieht düster aus

Update vom 1. Januar 2022, 13.54 Uhr: Während es in vielen Teilen Deutschland zum Jahreswechsel deutlich ruhiger zuging, verzeichnete die Polizei in Nordrhein-Westfalen (NRW) in der Silvesternacht mehr Straftaten und mehr Verletzte als im Vorjahr. Die Zahl der Körperverletzungen habe sich auf 303 verdoppelt, teilte die NRW-Landesleitstelle an Neujahr mit. Gefährliche Körperverletzungen registrierte die Polizei in 93 Fällen, im Vorjahr waren es 62. Die Zahl der Sexualdelikte stieg von 19 auf 27 gemeldete Fälle. Auch die Sachbeschädigungen nahmen zu. Die Zahl der Verletzten, die bei Polizeieinsätzen erfasst wurden, stieg von 69 auf 101, darunter 22 Polizisten. 

Düsseldorf: Polizeibeamter (53) stirbt in der Silvesternacht

In Düsseldorf starb ein 53 Jahre alter Polizist während eines Einsatzes in der Silvesternacht. Der Beamte sei zusammengebrochen und im Krankenhaus gestorben. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht. Die Polizei erteilte 1.069 Platzverweise nach 821 im Vorjahr. 158 Menschen (Vorjahr 133) kamen in Gewahrsam und 15 (Vorjahr 24) wurden vorläufig festgenommen. Mehr als 5.300 Polizistinnen und Polizisten waren in der Nacht im Einsatz. Ein Mann (57) ist in Hennef (NRW) bei der Explosion eines Feurwehrkörpers gestorben (siehe Update unten vom 1. Januar, 9.04 Uhr).  

Dortmunder Feuerwehr hat „ruhigste Dienstschicht aller Zeiten“

Update vom 1. Januar 2022, 13.47 Uhr: Für den Jahreswechsel 2021/22 zieht die Feuerwehr in Dortmund eine historische Bilanz: Die Dortmunder Feuerwehr meldete am Samstag sogar „die ruhigste Dienstschicht aller Zeiten“. Es habe keinerlei Einsätze wegen Verletzungen durch Feuerwerk gegeben. Bei zehn Brandschutzeinsätzen sei es immer nur „um Kleinigkeiten“ gegangen, etwa „einen Heimrauchmelder, der ohne erkennbaren Grund ausgelöst hatte, oder brennende Müllcontainer“.

Auch der Fall einer auf einer Länge von etwa zwei Metern brennende Hecke sei „schnell und ohne größere Schäden abgearbeitet“ worden, erklärte die Dortmunder Feuerwehr. „Bei einem Hund, der ohne seinen Besitzer unterwegs war, konnte dieser ausfindig gemacht werden und der Hund unbeschadet seinem Eigentümer übergeben werden.“ Die Stadt Dortmund hatte wegen der Corona-Pandemie in der Innenstadt Böllerverbotszonen eingerichtet, in denen auch Ansammlungen verboten waren. Bundesweit war außerdem der Verkauf von Feuerwerk verboten worden.

Hessen: Einsatzkräfte kämpfen mit Bränden in der Silvesternacht

Update vom 1. Januar 2022, 10.40 Uhr: In Hessen kämpften Einsatzkräfte in der Silvesternacht mit mehreren Bränden. Gegen einen größeren Brand kämpfte die Feuerwehr auch am Samstagmorgen noch in Hanau. In einer Lagerhalle brach gegen 0.50 Uhr ein Feuer aus. Als mögliche Ursache werde der Einschlag einer Silvesterrakete geprüft, sagte ein Polizeisprecher. Der Schaden wird auf mehr als eine Million Euro geschätzt.

Ebenfalls in Hanau wurden laut Polizei in mehreren Straßen Mülltonnen in Brand gesteckt, das Feuer beschädigte die Fassade eines angrenzenden Gebäudes, es wird wegen vorsätzlicher Brandlegung ermittelt. In Bad Hersfeld (Hersfeld-Rotenburg) geriet ein Bauernhof in Flammen, der Schaden wird auf 400.000 Euro geschätzt, verletzt wurde laut Polizei niemand. Sonst verlief der Jahreswechsel nach Polizeiangaben vergleichsweise ruhig.

Ausschreitungen in Leipzig - Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch

Update vom 1. Januar 2022, 10.30 Uhr: In Leipzig (Sachsen) ist es in der Silvesternacht zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Landfriedensbruch. Etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht seien Meldungen zu brennenden Gegenständen auf einer Straßenkreuzung eingegangen, teilte die Polizei in der Nacht mit. Auf der Eisenbahnstraße hätten sich Personen „im mittleren dreistelligen Bereich“ gesammelt.

Aus einer Gruppe heraus seien Einsatzkräfte und Fahrzeuge der Polizei beworfen worden. Mehrere Polizeifahrzeuge seien dabei beschädigt worden. Die Lage sei zunächst dynamisch und unübersichtlich, gegen 2.00 Uhr aber wieder unter Kontrolle gewesen, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht. Es habe keine Verletzten gegeben. Im vergangenen Jahr hatten Unbekannte Bundeswehrfahrzeuge auf dem Gelände eines Autohauses in Brand gesetzt.

Ausschreitungen in der Neujahrsnacht in Leipzig: Ein Polizist steht an der Eisenbahnstraße vor Einkaufwagen mit brennenden Gegenständen.
Ausschreitungen in der Neujahrsnacht in Leipzig: Ein Polizist steht an der Eisenbahnstraße vor Einkaufwagen mit brennenden Gegenständen. © Sebastian Willnow/dpa

Silvester-Drama: Ein Todesopfer nach Feuerwerks-Explosion in NRW - Zahlreiche Verletzte in Berlin

Update vom 1. Januar 2022, 9.04 Uhr: Die tödliche Tragödie in Hennef (NRW) ereignete sich laut Polizei bei einer privaten Silvesterfeier von zehn Leuten. Kurz nach Mitternacht habe es einen sehr lauten Knall gegeben und zwei Männer hätten schwer verletzt am Boden gelegen. Für einen 37-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, ein 39-Jähriger kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik (siehe auch Update vom 1. Januar, 7.25 Uhr).

Der Notruf ging laut Polizei um 0.19 Uhr ein. Die Kripo hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen. Wie die Bild berichtet, konnte der Tote wegen der Schwere seiner Verletzungen noch nicht identifiziert werden. Laut Polizei wurden die betroffenen Familien noch in der Nacht von einem Notfallseelsorger betreut. Ein 23-jähriger Österreicher kam bei der Explosion einer Kugelbombe in der Gemeinde Klausen-Leopoldsdorf ums Leben, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Drei weitere Menschen erlitten Verletzungen.

Mann in Leipzig schwer verletzt

In Leipzig wurde ein Mann beim Zünden eines vermutlich ebenfalls selbstgebauten Böllers lebensbedrohlich verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte.

Hamburg: Mann (50) in Lebensgefahr

In Bramfeld (Hamburg) explodierte nach Angaben der Polizei ein Böller in einer selbstgebastelten Abschussvorrichtung und verletzte einen 50-jährigen Mann schwer im Gesicht. Er schwebe in Lebensgefahr. In einem anderen Fall müsse einem Mann „nachdem er einen sogenannten Polenböller gezündet hatte“, wie mopo.de berichtet, möglicherweise eine Hand amputiert werden.

Melle (Niedersachsen): Mehrere Menschen bei Explosion einer Gasflasche verletzt

Bei der Explosion einer Gasflasche während einer Silvesterfeier in Melle (Niedersachsen) wurden mehrere Menschen verletzt, einer davon lebensgefährlich. Die Gasflasche war aus noch ungeklärten Gründen im Anbau eines Einfamilienhauses explodiert.

In Stuttgart kam es gegen Mitternacht beim zentralen Schlossplatz zu Auseinandersetzungen zwischen Feierwütigen und der Polizei. Einige aggressive Partygänger hätten die Beamten bedrängt und mit Böllern beworfen. Die Polizei ging nach eigenen Angaben mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Menge vor. Ein Polizist habe ein Knalltrauma erlitten, zwei weitere seien leicht verletzt worden.

Berlin: Explosion von illegalen Feuerwerkskörper - zwölf Menschen verletzt

Update vom 1. Januar 2022, 7.25 Uhr: Auf einer privaten Silvesterparty im Osten von Berlin sind zwölf Menschen bei der Explosion von illegalem Feuerwerk verletzt worden. Alle Verletzten mussten zur Behandlung in Kliniken gebracht werden, teilte die Feuerwehr am Neujahrsmorgen mit. Es habe aber glücklicherweise keine sehr schweren Verletzungen gegeben. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass bei der Feier im Ortsteil Friedrichshagen illegale Pyrotechnik gezündet wurde. Anders seien die Anzahl und die Schwere der Verletzungen nicht zu erklären, sagte ein Sprecher.

Der jüngste Verletzte ist laut Feuerwehr ein elfjähriger Junge, die anderen Verletzten seien Jugendliche und Erwachsene. Die Feuerwehr war gegen 0.10 Uhr alarmiert worden und rückte mit rund 40 Einsatzkräften aus.

Ein Toter und ein Schwerverletzter bei Feuerwerks-Explosion in Hennef

Update vom 1. Januar 2022, 7.20 Uhr: Bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers in Hennef bei Bonn ist ein Mann ums Leben gekommen, ein weiterer wurde schwer verletzt. Die beiden 37 und 39 Jahre alten Männer hatten mit einer zehnköpfigen Gruppe Silvester gefeiert. Kurz nach Mitternacht hatten sie sich Zeugenaussagen zufolge etwas von der Gruppe abgesetzt. Plötzlich habe es einen sehr lauten Knall gegeben und die beiden hätten schwer verletzt am Boden gelegen.

Der 37-Jährige starb trotz Wiederbelebungsversuchen noch an der Unfallstelle im Hennefer Ortsteil Hüchel; der 39-Jährige wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik gebracht. Ein Polizeisprecher vermutete am frühen Samstagmorgen, dass es sich bei dem Feuerwerkskörper um einen selbstgebauten Böller gehandelt haben könnte. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf.

Massive Silvester-Sorgen: Polizei erwartet „heißes Wochenende“ - auch wegen Corona-Protesten

Ursprungsmeldung vom 31. Dezember 2021: München/Berlin - An Silvester erfreuen sich die Menschen für gewöhnlich an Böllern und Raketen. In Zeiten der Corona-Pandemie ist das anders - das Zünden von Feuerwerk ist teilweise verboten beziehungsweise unerwünscht. Trotzdem sind Feuerwerkskörper im Umlauf und dürften auch zum Jahreswechsel wieder zu tragischen Unfällen führen. Die Polizei ist bereits in Alarmbereitschaft.

Silvester-Katastrophen: Münchner Polizei erwartet „ein heißes Wochenende“

Wegen Silvester und möglicher Proteste von Gegnern der Corona-Politik rechnen Polizei-Gewerkschaften in Bayern am Wochenende mit vielen Einsätzen*. „Silvesterfeiern, das Böllerverbot und auch die sogenannten Spaziergänge werden unsere Kolleginnen und Kollegen sicher fordern“, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Pytlik, am Freitag in München. Man rechne mit einem herausfordernden Wochenende, sei aber „personell gut vorbereitet“.

Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in Bayern, Jürgen Köhnlein, sagte dem Bayerischen Rundfunk, man erwarte „ein heißes Wochenende“. Vor allem die oft unangemeldeten Proteste von Gegnern der Corona-Politik forderten die Beamten. Hätten viele Polizisten in den Sommermonaten noch Überstunden abbauen können, befürchte die Gewerkschaft „jetzt wieder einen Anstieg der mehrgeleisteten Stunden in den nächsten Wochen“, sagte Köhnlein.

Silvester-Knallerei: Berliner Bürgermeistern Giffey erinnert an „kriegsähnliche Zustände“

Nicht nur in Bayern auch in Berlin laufen die Vorbereitungen auf die Silvesternacht auf Hochtouren. Aus Sicht von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) tragen Böllerverbotszonen zum Schutz von Einsatzkräften bei. „Wir müssen auch darüber sprechen, auch jenseits der Corona-Pandemie bestimmte Gebiete in der Stadt dadurch zu befrieden, dass dort nicht geböllert werden darf“, sagte die Politikerin am Freitag.

Gemeinsam mit Berlins neuer Innensenatorin Iris Spranger (SPD) besuchte Giffey an Silvester Feuerwehrleute und Polizisten vor ihrem Einsatz. Das Feuerwerksverkaufsverbot sowie Böllerverbotszonen hätten im vergangenen Jahr Wirkung gezeigt, so Berlins Regierungschefin. Im Vergleich zu früheren Silvesternächten, in denen es an manchen Orten „kriegsähnliche Zustände“ gegeben habe, sei ein Drittel weniger Einsätze verzeichnet worden. Giffey erwartete, dass es auch 2021/22 ruhiger bleibt. Laut Innensenatorin Spranger sind neben rund 900 Streifenpolizisten 1600 zusätzliche Beamtinnen und Beamte in Berlin im Einsatz.

In den Niederlanden ist bereits am Freitagnachmittag ein zwölfjähriger Junge bei einer Silvester-Knallerei getötet worden. (ck/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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