Attacke in Richtung Deutschland

„200.000 deutsche Geiseln“: Spanischer Journalist droht im Fall Puigdemont

Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont hat sich nach seiner Freilassung kämpferisch geäußert. Unterdessen sorgt ein spanischer Journalist mit einem Satz für mächtig Aufsehen. 

Berlin - Der spanische Radio-Journalist Federico Losantos hat die deutsche Justiz nach der Entscheidung im Fall Puigdemont scharf attackiert. „Die Entscheidung ist typisch für protestantischen Rassismus gegenüber katholischen Ländern“, so Losantos in einem Beitrag für seinen Verlag. Er schlägt zudem vor, die Aktion nicht auf sich beruhen zu lassen. „In Bayern können sie damit anfangen, ihre Brauereien zu schließen. Natürlich schlage ich vor zu reagieren. Auf den Balearen haben wir 200.000 deutsche Geiseln.“ Losantos bezieht sich hierbei auf die hohe Zahl deutsche Auswanderer und Touristen, die jährlich ihre Ferien auf den spanischen Inseln im Mittelmeer verbringen. 

Zudem verglich der renommierte Journalist des Senders EsRadio die Situation Kataloniens mit der des Freistaats Bayern. In Deutschland könne sich Bayern nicht einfach von Deutschland lossagen. Die Einhaltung solcher Regeln und Prinzipien sei der Bundesregierung in anderen Ländern jedoch egal, jeder dürfe sich unabhängig vom Zentralstaat machen. Das mache ihn wütend, so Losantos. 

Puigdemont: „Wir machen weiter, stärker und entschiedener als je zuvor

Unterdessen zeigte sich Separatistenführer Puigdemont glücklich über seine Freilassung. „Der Weg ist lang, aber an seinem Ende kann nur eins stehen, unser Sieg“, sagte er in einer Audiobotschaft, aus der spanische Medien am Freitag zitierten. Nach der Aufnahme der Botschaft in Neumünster habe sich Puigdemont auf den Weg nach Berlin begeben.

Puigdemont bei seiner Freilassung in Neumünster.

„Wir machen weiter, stärker und entschiedener als je zuvor, auf unserem katalanischen Weg der Gewaltlosigkeit, der Forderung nach Ausübung unserer demokratischen Rechte“, fügte der 55-Jährige hinzu. Erneut forderte er die sofortige Freilassung der in Spanien inhaftierten Mitstreiter. Die Zentralregierung in Madrid müsse sich jetzt endlich mit den Separatisten „an einen Tisch setzen“.

Puigdemont auf dem Weg nach Berlin

Puigdemont wurde am Freitag in Neumünster aus der Haft in der Justizvollzugsanstalt entlassen. Das schleswig-holsteinische Oberlandesgericht hatte am Donnerstag entschieden, dass der 55-Jährige nicht wegen des spanischen Hauptvorwurfs der Rebellion ausgeliefert werden kann. Ein Auslieferungshaftbefehl wurde nur wegen des zweiten Vorwurfs der Untreue erlassen. Der Haftbefehl wurde aber unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

dpa

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