Neue Coronavirus-Variante

Omikron schon länger in Europa, als gedacht - Forscher entdecken Spuren in älteren Proben

Stammt die Coronavirus-Variante Omikron tatsächlich aus Südafrika? Forscher in den Niederlanden haben Omikron-Spuren in Proben entdeckt, die schon älter sind als die bekannten Fälle.

Den Haag - Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist offenbar schon länger in Europa als zunächst angenommen. Wie das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) am Dienstag mitteilte, wurde die Variante in zwei Testproben nachgewiesen, die auf den 19. und 23. November datiert sind. Sie liegen damit deutlich vor den ersten positiven Omikron-Fällen, die bei Reiserückkehrer aus Südafrika am Amsterdamer Flughafen Schiphol nachgewiesen wurden.

In Südafrika hatten Forschende offiziell am 24. November über eine neue Coronavirus-Variante Omikron mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 informiert. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stammt die erste bekannte bestätigte B.1.1.529-Infektion aus einer Probe, die am 9. November entnommen wurde.

  • Südafrika berichtet offiziell über neue Coronavirus-Variante B.1.1.529 am 24. November 2021. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits erste Infektionsfälle in Hongkong
  • WHO stuft die Coronavirus-Variante am 26. November 2021 als „besorgniserregend“ und gibt ihr den Namen Omikron.
  • Bei Omikron wurden etwa 50 Mutationen festgestellt, darunter 30 Veränderungen im Spike-Protein.

Kurz nach den ersten Berichten über Omikron-Fälle in Südafrika wurden Infektionsfälle in Hongkong und zahlreichen Ländern festgestellt - auch in Deutschland.

Die niederländischen Behörden waren bisher davon ausgegangen, dass es sich bei 14 Reisenden aus Südafrika um die ersten Infizierten mit der Omikron-Variante handelte. Diese waren am 26. November in zwei Fliegern aus Südafrika am Flughafen Schiphol angekommen. Jetzt haben Forscher Omikron-Spuren in älteren Proben entdeckt. Noch sei unklar, ob sich die am 19. und 23. November getesteten Infizierten ebenfalls im Süden Afrikas aufgehalten hatten, erklärte das RIVM. Die Betroffenen seien informiert worden, die Behörden kümmerten sich um eine Nachverfolgung ihrer Kontakte.

VOC Besorgniserregende Coronavirus-Variante wissenschaftliche Bezeichnungerstmals nachgewiesen
OmikronB.1.1.529Laut WHO erstmals am 9. November aus einer Probe entnommen.

Das Institut kündigte zudem eine Untersuchung an, um zu ermitteln, wie weit sich die Omikron-Variante bereits in den Niederlanden ausgebreitet hat. Weitere Proben aus früheren Corona-Tests sollen dafür erneut untersucht werden.

Corona-Variante Omikron: WHO stuft Mutante als „sehr hohes“ Risiko ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die neue Coronavirus-Variante Omikron als „besorgniserregend“* ein und warnt vor einem „sehr hohen“ weltweiten Risiko. Seit der Entdeckung in Südafrika wurden in vielen Ländern Omikron-Fälle festgestellt. Über die Omikron-Variante ist noch vieles unklar. Statistiken aus Südafrika deuten darauf hin, dass die Omikron-Variante deutlich ansteckender ist als bisherige Varianten. Über die Symptome und den Verlauf einer Omikron-Infektion ist noch wenig bekannt. Die südafrikanische Ärztin Dr. Angelique Coetzee berichtet bei ihren ersten Patienten von milden und völlig anderen Symptomen. Doch die Infektionszahlen steigen in Südafrika stark an. Weltweit versuchen Corona-Forscher mehr über die neue Coronavirus-Variation herauszufinden. Impfstoffhersteller Biontech und Moderna arbeiten unter Hochdruck daran, herauszufinden, ob der derzeitige Impfstoff angepasst werden muss. (afp/ml)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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