Nach Rede vor den UN

"Leichtes Hirn", "Hundegekläff": Nordkorea und Iran verhöhnen Trump

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Die Antwort der nordkoreanischen Regierung um Kim Jong Un (li.) auf Donals Trumps UN-Rede fällt harsch aus

Donald Trump hat mit seiner martialischen Rede Nordkoreas Machthaber offenbar nicht eingeschüchtert. Ganz im Gegenteil: Pjöngjang antwortet in beleidigendem Tonfall.

Seoul/Teheran - Harte Worte hatte Donald Trump vor der UN-Vollversammlung für Nordkorea und den Iran übrig. Ein iranischer Übersetzer gab Trumps Worte im TV sogar bewusst völlig falsch wieder, um dem Publikum - und den Machthabern - die kritischen bis beleidigenden Passagen zu ersparen. Respekt hat sich der US-Präsident mit seiner Wortgewalt aber nicht verschafft. 

Vielmehr gilt der alte Grundsatz: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Sowohl Nordkorea als auch Iran haben mittlerweile in ähnlich harschem Tonfall geantwortet. Von einer Deeskalation der Situation kann also nicht die Rede sein.

"Leichtigkeit des Gehirns"

Irans Führer Ajatollah Ali Chamenei etwa bezeichnete Trumps Rede nun als Zeichen für Wut - und für die „Leichtigkeit des Gehirns“ des US-Präsidenten. Im Persischen bedeutet dieser Ausdruck soviel wie nicht mehr ganz bei Trost sein. „Die Rede war billig, hässlich, dumm und unwahr ... das war nicht ein Zeichen seiner Macht, sondern der Wut, Verzweiflung und Leichtigkeit des Gehirns“, sagte Chamenei am Donnerstag laut Nachrichtenagentur ISNA.

Der Grund für Trumps Rede sei seiner Einschätzung nach die Wut der Amerikaner, weil sie wegen des Irans ihre langjährigen Pläne in der Region nicht umsetzen konnten, sagte Chamenei. „Die Elite in den USA sollte sich für solch einen Präsidenten und solche Reden schämen, was sie ja auch getan haben.“ Als oberster Führer hat Chamenei laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen.

Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho wiederum hat die martialische Drohung von US-Präsident Donald Trump, das kommunistische Land total zerstören zu wollen, als "Hundegekläff" abgetan. Trump hatte neben dem Iran auch Nordkorea als Geißel des Planeten und Schurkenstaat bezeichnet. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un nannte er einen Raketenmann auf Selbstmordmission.

Mitleid für Trumps Berater

"Falls er denkt, er kann uns mit dem Klang von Hundegekläff verängstigen, so ist das wirklich der Traum eines Hundes", sagte Ri laut südkoreanischen Sendern nach der Ankunft am Mittwoch in New York, wo er an der UN-Generaldebatte teilnehmen wollte. Ri bezog sich demnach auf ein nordkoreanisches Sprichwort, wonach ein feierlicher Umzug auch dann fortgesetzt wird, wenn ein Hund bellt.

Es war die erste Reaktion Pjöngjangs auf Trumps Rede vor den Vereinten Nationen am Dienstag. Auf die Frage, was er von Trumps Bezeichnung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Uns als "Raketenmann" halte, sagte Ri, er empfinde Mitleid für die Berater des US-Präsidenten. Ri will am Freitag vor den Vereinten Nationen reden.

Die Drohung: "Nordkorea total zerstören"

Trump hatte in seiner Rede sowohl den Iran als auch Nordkorea scharf attackiert. Wenn die USA gezwungen seien, sich selbst oder ihre Verbündeten zu verteidigen, dann bleibe keine Wahl, als Nordkorea "total zu zerstören", sagte Trump. Das Atomprogramm des Landes stellte er als Gefahr für die ganze Welt dar. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hatte Trump in New York vorgeworfen, den Atomstreit mit Nordkorea mit "kriegerischer Rhetorik" anzuheizen. 

Der Konflikt heizt sich seit Monaten auf. Anfang der vergangenen Woche hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Pjöngjang wegen dessen Atomtests am 3. September deutlich verschärft. 

dpa/fn

dpa

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