Getötete Soldaten in Mali

Niederländische Verteidigungsministerin zurückgetreten

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Jeanine Hennis-Plasschaert nach ihrem Rücktritt am Dienstag

Auch die niederländischen Streitkräfte hatten einen tödlichen Zwischenfall in Mali zu verkraften. Nun nimmt die zuständige Ministerin ihren Hut.

Den Haag - Die niederländische Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert ist zurückgetreten. Die rechtsliberale Politikerin übernimmt damit die Verantwortung für einen tödlichen Unfall beim Einsatz des niederländischen Militärs in Mali 2016, wie sie am Dienstagabend im Parlament in Den Haag sagte. Bei der Explosion von Granaten waren zwei Soldaten getötet und einer schwer verletzt worden.

Eine Untersuchungskommission hatte das Ministerium für den Unfall in Mali verantwortlich gemacht. Die Munition war nach dem Urteil der Experten schadhaft, nicht geprüft und nicht sachgemäß gelagert worden.

Verhandlungen über neue Koalition laufen - auch Oberkommandant tritt zurück

Der Rücktritt hat für die noch amtierende Regierung kaum Konsequenzen. Zurzeit verhandelt die rechtsliberale Regierungspartei VVD mit drei Parteien über die Bildung einer neuen Koalition.

Bei einer Debatte im Parlament hatten alle Fraktionen der Ministerin heftige Vorwürfe gemacht. Daraufhin zog sie die Konsequenzen. Auch der Oberkommandant der Streitkräfte, General Tom Middendorp, erklärte seinen Rücktritt.

Auch die Bundeswehr hatte im Sommer einen tödlichen Zwischenfall mit einem ihrer Hubschrauber.

dpa/fn

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