Verteidigungsministerin besucht die Truppe

Neue Einsätze der Bundeswehr im Ausland: Kramp-Karrenbauer macht überraschende Ankündigung

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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bei ihrem Besuch der Graf-Werder-Kaserne in Saarlouis.

Schlechte Ausrüstung, Probleme mit Panzern und Fluggeräten - damit hat die Bundeswehr für Schlagzeilen gesorgt. Nun überrascht eine Ankündigung der Verteidigungsministerin.

  • Die Bundeswehr kämpft gegen Mängel bei Ausrüstung und Gerät
  • Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer glaubt, dass die Truppe neue Einsätze im Ausland übernehmen kann
  • Laut AKK will Frankreich das militärische Engagement in Mali „auf breitere Beine stellen“

Berlin - Die Bundeswehr könnte nach Ansicht von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) schon jetzt neue Einsätze im Ausland übernehmen. „Wir wären auch heute in der Lage, auch zusätzliche Auslandseinsätze zu übernehmen“, sagte sie am Montag bei einem Besuch der Luftlandebrigade 1 im saarländischen Saarlouis. Die Bundeswehr werde aber „realistischerweise“ bis 2031 brauchen,um zehn Prozent der militärischen Fähigkeiten der Nato zu übernehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt soll nach früheren Äußerungen der Ministerin der Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt auch die von der Nato angepeilten zwei Prozent erreicht haben.

AKK: „Erste Informationen“ aber noch „keine konkrete Anfrage “

Kramp-Karrenbauer sagte, es gebe „erste Informationen“ über einen Wunsch Frankreichs, die Bekämpfung des Terrorismus im westafrikanischen Mali „auf breitere Beine zu stellen“. Die Bundeswehr ist dort bisher mit Ausbildern tätig. Die Lage dort sei „auch mit Blick auf die Streitkräfte vor Ort, die malischen Streitkräfte und andere, keine einfache“. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass auch unsere Verbündeten und unsere Partner mit solchen Anliegen schneller auf uns zukommen“, sagte die Ministerin. Sie fügte hinzu: „Es gibt zur Zeit, zumindest bei mir, keine konkrete Anfrage der französischen Seite.“

Kramp-Karrenbauer besucht am Montag vier Standorte der Bundeswehr im Saarland. Im Mittelpunkt sollen vor allem Gespräche mit den Soldaten und Mitarbeitern stehen, sagte ein Sprecher der Bundeswehr.

Vor dem Parteitag der CDU hatte der Bundeswehrverband von Annegret Kramp-Karrenbauer mehr Engagement für ihr Amt als Verteidigungsministerin gefordert. Bisher habe jeder Verständnis dafür gehabt, dass sie als neue CDU-Vorsitzende "viel Energie für die Partei verwenden" musste, sagte Verbandschef André Wüstner dem "Spiegel" l

Die Soldaten der Bundeswehr erwarteten eine Befehlshaberin, die sich voll auf die Belange der Truppe konzentriere, sagte Wüstner. "Will sie ihren Vertrauensvorschuss rechtfertigen, muss ihr neuer Schwerpunkt in Zukunft die Bundeswehr sein."

Lesen Sie auch: Das angespannte Verhältnis zwischen der Bundeswehr und ihren Fluggeräten flammt erneut auf: Den Truppentransporter Airbus A400M holt sich das Heer vorerst nicht ins Haus. Grund: Es existieren Mängel.

Und: Die Bundeswehr soll stärker im Ausland eingesetzt werden. Das sagt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Wenig später wird ein neuer Nackenschlag für AKK publik.

dpa

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