Abgrundtiefer Hass

Nach Unruhen und Anschlag: Festnahme-Welle im Westjordanland

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Israelis entzünden in der israelischen Siedlung Halamish im Westjordanland Kerzen. Ein palästinensischer Attentäter hatte in Halamish drei Israelis getötet. Foto: Tsafrir Abayov

Der Anschlag auf eine jüdische Siedlerfamilie folgte auf Unruhen, bei denen am Freitag drei Palästinenser getötet und rund 400 verletzt worden waren.

Jerusalem - Israelische Soldaten haben nach Medienberichten in der Nacht zum Sonntag 25 Palästinenser im Westjordanland festgenommen. Eine Armeesprecherin bestätigte lediglich, es seien neun Mitglieder der radikal-islamischen Hamas in Haft genommen worden.

Die Maßnahme folgte auf Unruhen, bei denen drei Palästinenser getötet und Hunderte verletzt worden waren. Bei einem Anschlag auf eine Siedlerfamilie tötete ein Palästinenser anschließend drei Israelis.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte am Freitagabend unter dem Eindruck der Konfrontationen alle Beziehungen zu Israel ausgesetzt. Israelische Medien berichteten am Sonntag, dies schließe erstmals seit einem Jahrzehnt auch die Sicherheitszusammenarbeit mit Israel ein. Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte der Nachrichtenseite "ynet" dazu am Sonntag: "Wir sind viele Jahre lang ohne Sicherheitszusammenarbeit ausgekommen, wir werden es auch jetzt schaffen."

Als Auslöser der Unruhen gilt ein Streit um Metalldetektoren, die Israel am Tempelberg in Jerusalem aufgestellt hatte, der Muslimen und Juden heilig ist. Der Grund war ein Anschlag dreier arabischer Attentäter, bei dem vor gut einer Woche zwei israelische Polizisten getötet worden waren.

Israels Kabinett wollte am Sonntag erneut über die Frage der Metalldetektoren entscheiden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief seine Minister zu Beginn der Sitzung auf, sich in der Frage verantwortlich zu verhalten.

dpa

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