Raumsonde bleibt im Kontakt zur Erde

Nach über 37 Jahren im Weltall: NASA erweckt die „Voyager 1“ zu neuem Leben

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Voyager 1: Seit über 40 Jahren befindet sich die Sonde auf einer Reise durchs All - nun konnte ihre Lebenszeit verlängert werden. 

In den 40 Jahren, in denen die Raumsonde „Voyager 1“ nun unterwegs ist, wurde der Kontakt zur Erde immer schwächer. Um die Raumsonde am Leben zu halten, mussten sich Wissenschaftler durch jahrzehntealte Archive wühlen.

Die Raumsonde „Voyager 1“ ist bereits seit 40 Jahren auf einer Reise im Weltall und ist mittlerweile 21 Milliarden Kilometer von unserer Erde entfernt. Am 5. September 1977 startete sie ins All und hatte das Ziel, das wenige Wissen über andere Planeten und den interstellaren Raum aufzustocken. Im August 2012 schaffte sie es in den interstellaren Raum, also raus aus unserem Sonnensystem - und das, als erstes und einziges von Menschenhand gefertigtes Objekt. Das besondere an der „Voyager 1“: An Bord hat sie die sogenannte „Voyager Golden Record“ - einen goldenen Datenträger. Auf diesem befinden sich Musik, Bilder und Grußbotschaften an Außerirdische, in 55 verschiedenen Sprachen. Theoretisch könnten diese Sonden nämlich Milliarden von Jahre halten und im schlimmsten Fall irgendwann die einzige Spur unserer Menschheit sein. 

Allgemein werden die beiden Voyagers als eine der größten Erfolge der NASA angesehen. Voyager 1 übermittelt viele und wichtige Informationen an die Erde, dazu gehören etwa Messdaten und Bilder, Magnetfeldbestimmungen und Temperaturerfassungen, wie Spiegel Online berichtet. Diese Daten prägten die heutigen Erkenntnisse über unser Sonnensystem sowie die über den interstellaren Raum.

Seit einigen Jahren jedoch zeigt die Raumsonde einige Schwächeerscheinungen, viele Instrumente sind mittlerweile ganz deaktiviert oder defekt. Darunter auch die Hauptsteuerungstriebwerke - diese sind aber essenziell für den Kontakt zur NASA: Die Triebwerke richten das Fluggerät nämlich so aus, dass es korrekt zur Erde zeigt und so kommunizieren kann. 

Um den Kontakt zu Voyager 1 nach all den Jahren nicht zu verlieren und die Sonde möglichst lang in Betrieb zu halten, überlegten sich die Wissenschaftler, wie sie ihr von der Erde aus am besten helfen könnten. Nachdem viele Wissenschaftler am „Jet Propulsion Laboratory“ verschiedene Optionen analysierten und überprüften, kamen sie zu einem ungewöhnlichen Entschluss: Sie nahmen sich vor, die „Backup-Antriebsdüsen“ zu aktivieren. Diese Ersatzdüsen sind baugleich zu dem Haupttriebwerk  - wurden jedoch das letzte Mal vor 37 Jahren, im November 1980, für ein Korrekturmanöver genutzt. 

Ersatzdüsen ermöglichen Kontakt zur Erde

Um diese Düsen zu aktivieren, die seit fast vier Jahrzehnten außer Betrieb waren, musste sich das Team durch uralte Aufzeichnungen im NASA-Archiv wühlen. Dazu kam noch, dass die Software für die vier Ersatzdüsen in einer längst veralteten Programmiersprache geschrieben war. Doch am Ende lohnte sich die jahrelange Archivarbeit: Ende November wurden die Düsenantriebe, die sich jeweils nur für Millisekunden einschalten, erstmals aktiviert - sie konnten die Raumsonde erfolgreich wieder Richtung Erde ausrichten. 

"Es war eine Stimmung aus Erleichterung, Freude und Ungläubigkeit, nachdem wir feststellten, dass diese gut ausgeruhten Triebwerke ihre Arbeit wieder aufgenommen haben, als ob keine Zeit vergangen wäre", sagte der Ingenieur Todd Barber laut dem Bericht. Doch bis die Erleichterung einsetzte, dauerte es etwas: Die Wissenschaftler mussten fast 20 Stunden auf eine Bestätigung warten. So lange dauerte es, bis ein Funksignal von der Sonde in der Nasa-Station ankam. 

Die Nutzung der Backup-Düsen kann das Leben der Voyager 1 für zwei bis drei Jahre verlängern. Nach den erfolgreichen Tests sollen die Düsen ab Januar 2018 genutzt werden und so lange laufen, bis ihr Treibstoff verbraucht ist.

Mehr über die Raumsonde und die Aktivierung der „Backup-Düsen“ können Sieauf der Seite der NASA  nachlesen

nb

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