Geiselnahme im Supermarkt

Nach Terror in Südfrankreich: Noch zwei Verdächtige im Gewahrsam

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Geiselnahme bei Carcassonne

Nach dem islamistischen Terrorangriff in Südfrankreich mit vier Todesopfern sind noch zwei verdächtige Menschen im Polizeigewahrsam.

Carcassonne - Festgehalten würden eine 18 Jahre alte Frau aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters sowie ein minderjähriger Freund, sagte Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins am Montagabend in Paris. Die junge Frau sei radikalisiert und habe bei ihrer Festnahme „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen. Beide Verdächtige bestreiten demnach, etwas mit den Terrorangriffen vom Freitag zu tun zu haben.

Molins bestätigte Medienberichte, wonach der 25-jährige Radouane L. bei seinem Überfall auf den Supermarkt in der Nähe von Carcassonne die Freilassung des mutmaßlichen Topterroristen Salah Abdeslam gefordert habe. Das habe der Gendarm, der sich bei der Geiselnahme freiwillig in die Gewalt des Täters begeben hatte, seinen Kollegen berichtet. Abdeslam soll zu einer Terrorzelle der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gehören, die die schweren Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte. Er sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft. Der mit mehreren Stichwunden verletzte Gendarmerieoffizier war nach den Angriffen in einem Krankenhaus gestorben.

Außerdem haben Ermittler an dem Supermarkt, wo die Geiselnahme stattfand, drei selbst gemachte Sprengsätze entdeckt. Wie die Deutsche Presse-Agentur weiter aus Justizkreisen erfuhr, wurden am Tatort in dem Örtchen Trèbes auch eine Pistole vom Kaliber 7,65 und ein Jagdmesser entdeckt.

Folgendes ereignete sich am Freitag

Der beim Zugriff erschossene Täter, der 25-jährige Radouane L., hatte am Freitagabend in dem Supermarkt Geiseln genommen. Bei seinen Angriffen kamen neben dem Attentäter insgesamt vier Menschen ums Leben, 15 wurden verletzt.

Radouane L. hatte am Freitagabend in einem Supermarkt in Trèbes bei Carcassonne Geiseln genommen. Nach der Geiselnahme mit mehreren Toten wurde der Angreifer von Spezialkräften erschossen. Radouane L. lebte in einer Wohnung in Carcassonne zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern. Bei den Angriffen kamen neben dem Attentäter vier Menschen ums Leben, 15 wurden verletzt.

Der Angreifer hatte sich als „Soldat“ des IS bezeichnet. Der IS reklamierte die Attacken für sich.

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dpa

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