„Dabei, die NPD aufzusaugen“

Nach Petrys Absage: Muslime warnen vor radikalisierter AfD

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Aiman Mazyek mit Joachim Gauck (li.) und Angela Merkel

Osnabrück - Der Zentralrat der Muslime beobachtet die jüngsten Entwicklungen in der AfD mit Sorge. Befürchtet wird ein Ende des Dialogs - und ein Ruck Richtung NPD.

Der Parteitag steht an, die gemäßigte Parteichefin hat als Spitzenkandidatin abgesagt, wer den Posten an ihrer statt einnehmen könnte, scheint völlig offen - die schwelenden Richtungsfragen in der AfD bereiten auch Menschen außerhalb der Partei Sorgen. So hat jetzt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, eindringlich vor einer spürbaren Radikalisierung der AfD gewarnt.

Mazyek sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, Partei-Sprecherin Frauke Petry sei bislang immerhin noch zum kritischen Dialog mit dem Zentralrat der Muslime bereit gewesen. Andere Kräfte aus der Parteiführung verweigerten sich solchen Gesprächen komplett.

„Auf dem Weg, die NPD aufzusaugen“

In diesem Sinne habe Petry in der AfD ohnehin „nie die Hosen“ angehabt, erklärte Mayzek, der dem Zentralrat der Muslime seit 2010 vorsitzt. Er befürchtet nach Petrys Verzicht auf die Rolle als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl dennoch eine weitere Radikalisierung der Partei: „Die AfD ist auf dem Weg, die NPD komplett aufzusaugen.“

Ähnlich äußerten sich am Donnerstag auch Politiker verschiedener Parteien. Grünen-Chefin Simone Peter etwa sieht nach Petrys Verzicht „immer mehr rechtsextreme Gesinnung“ in der AfD. „Frauke Petry wird wie einst Bernd Lucke die Geister, die sie rief, nicht mehr los“, sagte Peter der Rheinischen Post. Bernd Riexinger, Vorsitzender er Linken, erklärte der Berliner Zeitung: „Die AfD hat sich so weit nach rechts verschoben, dass Frau Petry sich nicht mehr durchsetzen kann.“

fn/dpa

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