Nach Amtsenthebung

Südkorea wählt im Mai neuen Präsidenten

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Südkoreas abgesetzte Präsidentin Park Geun-hye

Seoul - Südkorea muss nach der Amtsenthebung von Park Geun Hye einen neuen Präsidenten wählen. Die Kandidaten haben für ihren Wahlkampf nicht viel Zeit.

Nach der Entmachtung der Präsidentin Park Geun Hye wählt Südkorea am 9. Mai einen Nachfolger. Den Termin kündigte die Regierung am Mittwoch an. Die Staatsanwaltschaft lud die konservative Politikerin für den nächsten Dienstag vor. Sie soll zu Korruptionsvorwürfen vernommen werden. Ihre Anwälte erklärten, sie werde sich den Fragen der Ermittler stellen.

Parks Amtsenthebung durch das Verfassungsgericht vom vergangenen Freitag macht eine Neuwahl binnen 60 Tagen erforderlich. Ursprünglich war die Präsidentenwahl für Dezember vorgesehen. Aus Sicht der Verfassungsrichter hatte Park einer langjährigen Vertauten die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt und in deren Interesse ihre Macht missbraucht.

Der kommissarische Regierungschef will nicht antreten

Die Regierung teilte mit, der Wahltag am 9. Mai werde arbeitsfrei sein. Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn, der die Amtsgeschäfte des Präsidenten kommissarisch führt, will nicht als Kandidat antreten. Seine Aufgabe sei es, die „Staatsgeschäfte zu stabilisieren und für eine faire Wahl“ zu sorgen, sagte Hwang. Konservative Kreise hatten gehofft, dass sich Hwang, der lange als Getreuer Parks galt, zur Wahl stellen möge. Aktuelle Umfragen sehen derzeit den sozialliberalen Oppositionspolitiker Moon Jae In vorn, der die Wahl gegen Park Ende 2012 verloren hatte.

Der Skandal wühlte das Land monatelang auf. Die Park-Vertraute Coi Soon Sil soll dank ihrer Beziehungen zur Präsidentin zahlreiche Unternehmen genötigt haben, ihre Stiftungen und Organisationen mit Millionen zu fördern. Park bestreitet, in kriminelle Aktivitäten verstrickt zu sein. Das Parlament hatte im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie eingeleitet.

dpa

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