Geert Wilders polarisiert weiter

„Anti-Trump-Welle“? - Social-Media-Stimmen zur Niederlande-Wahl

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Geert Wilders bleibt auch am Wahlabend im Fokus der Beobachter

München - Niederländischer Regierungschef wird Geert Wilders nicht. Aber die Diskussionen nach der Holland-Wahl dominierte der Rechtspopulist dennoch.

Am Mittwoch waren alle Augen auf die Niederlande gerichtet. Oder, genauer gesagt, auf Geert Wilders. Denn die eigentliche Gretchenfrage der Wahl war nicht etwa, wie eine mögliche Regierungskoalition aussehen könnte. Sondern ob die Holländer Wilders eine Mehrheit geben - und damit einem EU-feindlichen und offen anti-islamischen Kurs.

Die Antwort lautete Nein. Bei starker Wahlbeteiligung bestätigten die Niederländer letztlich Ministerpräsident Mark Rutte und seine VVD als stärkste Kraft. Auch insgesamt betrachtet schnitten europafreundliche Parteien gut ab. Ein Ergebnis, das in den sozialen Medien viele Beobachter freute. Für andere stellte es spürbar einen Dämpfer dar.

Freude bei Politikern anderer europäischer Länder

„Die #Niederlande hat für Europa und gegen #Wilders votiert. Das ist der 1.Tag des Niedergangs des Rechtspopulismus in Europa. #DutchElection“, fasste der Twitter-Nutzer Chris H. Roth seine Sicht der Dinge zusammen. Flapsiger fasste es ein Kollege: „Mir fällt ein Käse vom Herzen!“, hieß es in einem anderen Tweet.

Je nach Gusto interpretierten auch bekannte ausländische Politiker viel oder wenig in den Wahlausgang hinein. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon - erklärte Europa-Freundin - beließ es in ihrem Tweet bei einem Wort: „Good.“ Schwedens Ex-Ministerpräsident Carl Bildt sah das Ergebnis hingegen in einem sehr globalen Kontext. „Gibt es eine Anti-Trump-Welle in Europa? Ja, das scheint der Fall zu sein“, schrieb er.

Spekulation über die Zukunft der Rechtspopulisten

Was der vergleichsweise geringe Stimmenzuwachs Geert Wilders nun für die Zukunft artverwandter Parteien zu bedeuten hat, darüber kursierten unter den Kommentatoren auf dem Kurznachrichtendienst unterschiedliche Meinungen. „#LePen weint, Petry ist verwirrt und #Trump fragt sich,warum Peter Pan im Neverland nicht gewonnen hat“, schrieb der Nutzer Holger Hinz nicht ohne Häme. Vorsichtiger zeigte sich Dom Joly: „Zuallermindest ist es ein Stopp im Domino-Effekt.“

Eine andere Perspektive auf das Abschneiden des Nationalisten schien Nutzer RoClyde betonen zu wollen: „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“, erklärte er. Eine andere Deutung rückte Twitterer Tschaka in den Vordergrund - die Mehrheit der Stimmen sah er trotz Wilders deutlich verfehltem Wahlsieg auf der Seite der „Rechten“:

Das schwache Abschneiden der niederländischen Sozialdemokraten nutzte ein anderer User zu einem Seitenhieb auf die - momentan im Aufwind befindliche - SPD. „Mich würde ja mal interessieren, was @martinschulz zur Klatsche für seine Genossen sagt? Wohl doch kein #gottkanzler.“

Ex-Fußballer Hans Sarpei fasste sich ungeachtet solcher Detailfragen kurz - und bedankte sich bei den Niederländern für ein Signal gegen Rassismus.

Und was sagt Erdogan?

Mit bitterem Sarkasmus nahm ein anderer User den Wahlabend. Und das eigentlich ungeachtet des Ergebnisses. „Yoda“ setzte den Wahlausgang zu den diplomatischen Konflikten mit der Türkei in Verbindung, vor allem aber mit den häufig mit Verwunderung aufgenommenen Aussage des Präsidenten Recep Erdogan. „++++ EILMELDUNG ++++ Hochrechnung #Niederlande #AKP NICHT im Parlament !! #Erdogan spricht von massivem ‚Wahlbetrug‘ #DutchElection“, lautete der Scherz.

Was die deutschen Spitzenpolitiker zum Wahlausgang in Holland zu sagen hatten, das erfahren Sie in diesem Artikel.

fn

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