Bald Minister in Berlin?

Seehofers klare Ansage an Merkel: „Traue mir jedes Ressort zu“

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Horst Seehofer am Montag in München.

Horst Seehofer könnte in der nächsten Regierung ein Ministeramt unter Angela Merkel bekleiden. In einem Interview äußert er sich dazu, sperrt sich gegen die SPD-Pläne zum Familiennachzug und spricht über die künftige Zusammenarbeit mit Markus Söder.

Berlin - Vor möglichen Gesprächen zwischen SPD und Union über eine Regierungsbildung beharrt CSU-Chef Horst Seehofer auf der Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutz. 

Mit Blick auf eine Forderung der Sozialdemokraten, die Aussetzung nicht zu verlängern, sagte Seehofer der „Bild“-Zeitung (Dienstag), er könne sich eine entsprechende Übereinkunft nicht vorstellen. „Das wäre wieder eine so massive Zuwanderung, dass die Integrationsfähigkeit Deutschlands total überfordert wäre.“

Seehofer verspricht Zusammenarbeit mit Söder

Dem Blatt gegenüber äußerte sich der CSU-Chef außerdem zu einem möglichen Wechsel nach Berlin: „Minister kann man nur werden, wenn eine Regierung zustande kommt. Mir geht es nicht um Posten. Deshalb ist für mich keine Karriereplanung angesagt, auch nicht im Bund.“ Er strebe kein Ressort an, aber: „Ich würde mir aber jedes zutrauen.“

Zur Zusammenarbeit mit dem designierten Ministerpräsidenten Markus Söder sagte er: „Wir haben unsere Handynummern. Außerdem sehen wir uns regelmäßig, bei Gremiensitzungen, Kabinettssitzungen, im Landtag. Grundsätzlich kommt es immer darauf an, ob man zusammenarbeiten will. Wenn das Grundvertrauen da ist, das jetzt Voraussetzung für den Erfolg ist, dann funktioniert das auch.“

Söder lieben? Das sagt Seehofer

Auf die Frage, wann er angefangen habe Söder zu lieben, sagte er: „In der Politik geht es nicht um solche Kategorien. Aber ich spüre seit einigen Wochen, dass es in der Bevölkerung einen Trend gibt, an der Spitze der bayerischen Staatsregierung einen Wechsel herbeizuführen.“ Bayerns Finanzminister Markus Söder soll Horst Seehofer Anfang 2018 als Ministerpräsident beerben. Seehofer will Parteichef bleiben.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unionskreisen erfuhr, wird auch Kanzlerin Merkel Mitte Dezember an dem CSU-Parteitag teilnehmen. Wegen unterschiedlicher Positionen im Streit über eine Obergrenze für Flüchtlinge hatte die CDU-Vorsitzende im November 2016 noch auf ihren Besuch auf dem CSU-Parteitag in München verzichtet.

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dpa, mke

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