70 Menschen lebend geborgen

Mittlerweile fast 300 Tote nach Erdbeben in Mexiko

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Such- und Rettungseinheiten stemmen auf der Suche nach Verschütteten eine Betonplatte auf. Foto: Eduardo Verdugo

Seit dem schweren Erdbeben in Mexiko vom Dienstag haben Retter 70 Überlebende aus den Trümmern befreien können. Doch die Hoffnung auf weitere "Wunder" schwindet stündlich.

Mexiko-Stadt (dpa) - Knapp vier Tage nach dem verheerenden Erdbeben ist die Zahl der Toten auf fast 300 gestiegen. Der TV-Sender Televisa berichtete unter Berufung auf die Zivilschutzbehörde, 298 Menschen seien landesweit ums Leben gekommen, darunter alleine 160 in der Hauptstadt Mexiko-Stadt.

Die Sucharbeiten nach Überlebenden unter den Trümmern gingen aber trotz der sinkenden Chancen weiter, sagte der nationale Koordinator des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, dem Sender. Seit dem Beben der Stärke 7,1 am Dienstag wurden nach Angaben der Stadtregierung rund 70 Menschen lebend geborgen.

"Wir werden weiter arbeiten und für die Familien (der Verschütteten) kämpfen", sagte Puente. Bei einigen Gebäuden sei es aber sehr kompliziert, dort einzudringen. "Man muss das Leben der Retter schützen." Auch der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera, hatte am Freitag bestätigt, dass die Suche weitergehe: "Wir setzen mit aller Energie und Intensität die Arbeiten bis zum letzten Moment fort, um noch jemanden zu finden." 30 bis 40 Personen werden in der Stadt noch vermisst.

Das Erdbeben hatte neben Mexiko-Stadt besonders die Bundesstaaten Morelos und Puebla getroffen, tausende Gebäude wurden beschädigt. Allein in Mexiko-Stadt stürzten nach jüngsten Erkenntnissen 181 Gebäude ein, wie die Zeitung "Reforma" am Freitagabend unter Berufung auf Informationen aus der Stadtregierung berichtete. Hunderte Menschen leben derzeit auf der Straße oder in Notunterkünften.

Es ist nun ein Wettlauf gegen die Zeit - da Menschen normalerweise nicht viel länger als 72 Stunden in den Trümmern überleben können. Mexiko rückt in der Not eng zusammen, die Bürger geben ein eindrucksvolles Beispiel von gelebter Solidarität.

Zehntausende packen mit an, helfen beim Abtragen von Schutt, spenden Kleidung, Essen, Medikamente und Trinkwasser. Zum Symbol wurde die erhobene Faust von Rettern in der Nähe von Hausruinen - ein Zeichen, absolut still zu sein, um mögliche Klopfzeichen zu hören. Das Beben hatte sich genau am Jahrestag des verheerenden Erdbebens vom 19. September 1985 ereignet. Damals starben nach Schätzungen bis zu 10 000 Menschen.

Dass es dieses Mal nicht so schlimm kam, hängt auch mit deutlich verschärften Bauvorschriften gerade für Hochhäuser zusammen, die besser auf Schwankungen ausgerichtet werden müssen. Viele der nun eingestürzten Gebäude sollen vor 1985 gebaut worden sein. Außerdem gibt es regelmäßige Erdbebensimulationen und gute Katastrophenpläne.

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