Deeskalation als Strategie

Merkel plädiert für friedliche Lösung im Nordkoreakonflikt

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Merkels Markenzeichen: Die Raute der Macht. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts zunehmend scharfer Töne im Streit um Atomtests Nordkoreas strengstens davon abgeraten, den Konflikt weiter zu befeuern. 

Berlin - Vielmehr mahnte sie zu einer diplomatischen Lösung an. „Jede Art von militärischer Lösung würde in ein großes Unglück führen“, sagte Merkel am Samstag bei einem CDU-Wahlkampftermin in Berlin.

Sie bekräftigte das Angebot zu einem Engagement Deutschlands für eine friedliche Lösung. „Das sage ich auch ganz persönlich als Bundeskanzlerin.“

Provokationen auf beiden Seiten stehen mittlerweile auf der Tagesordnung

In der Krise um nordkoreanische Atom- und Raketentests hatten sich die Spannungen zuletzt weiter verschärft. Als Antwort auf martialische Töne des US-Präsidenten Donald Trump drohte Nordkorea mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik.

Die Bundesregierung kann nach Einschätzung des Direktors der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Volker Perthes, als Vermittler im Nordkoreakonflikt „nützlich sein“. Er verwies dabei im SWR Interview der Woche auf die Erfahrungen Deutschlands in den Verhandlungen um das iranische Atomprogramm.

Zudem habe Deutschland den Vorteil, „Botschaften beider Koreas in Berlin“ zu haben, weil Nordkoreas Botschaft aus DDR-Zeiten immer noch offen sei. „Das hat auch in der Vergangenheit ermöglicht, dass ganz, ganz stille Diplomatie, die die Nordkoreaner involviert, in Berlin stattfand“, sagte Perthes. Man könne die nordkoreanischen Atomwaffen nicht mit einem Militärschlag gefahrlos unschädlich machen. Die richtige Strategie sei daher „starker Druck, Sanktionen und dann das Fenster der Diplomatie“.

dpa

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