Pegida-Demo 2015

Merkel-Galgen aus Dresden - Staatsanwaltschaft erlaubt Verkauf

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Dieser Galgen sorgte in Deutschland für Empörung. Nun darf er online verkauft werden.

Bei einer Pegida-Demo 2015 sorgte ein Mann mit einem selbstgebauten Merkel-Galgen für Aufregung. Gegen den Verkauf im Internet ermittelte die Staatsanwaltschaft - und gab ihm recht.

Schwarzenberg - Vor zwei Jahren sorgte ein Mann bei der Pegida-Demo am 12. Oktober 2015 besonders für Aufregung. Er hatte eine selbstgebaute Galgenattrappe mit der Aufschrift „Deutschland“ und „Volksverräter“ dabei. Daran waren Schilder befestigt, die lauteten: „Reserviert - Angela ‚Mutti‘ Merkel“ und „Reserviert - Siegmar ‚das Pack‘ Gabriel“. Dabei wurde laut Aussage des Konstrukteurs - der damals unter fingiertem Namen Bernd O. zitiert wurde - der Name des SPD-Politikers absichtlich falsch geschrieben.

Deutschland war empört und sogar die Staatsanwaltschaft Dresden schaltete sich ein. Sie ermittelte gegen den Mann wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten.“ Die Ermittlungen wurden jedoch schon bald eingestellt.

Jetzt setzt der Mann aus dem Erzgebirge sogar noch einen drauf. Er bietet Nachbauten des Galgens im Internet zum Verkauf an. Prompt wurde ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Chemnitz eingeleitet. Mittlerweile hat die sächsische Justiz den Verkauf der Merkel-Galgen gebilligt.

Die Galgen seien Kunst und nicht ernst gemeint

Wie sueddeutsche.de berichtete, sei laut Staatsanwaltschaft an dem Verkauf nichts auszusetzen. Das zentrale Argument dabei ist, dass die Galgenkunst nicht nicht ganz ernst zu nehmen sei. Ebenso gebe es keine Anzeichen dafür, dass der Mann Leute dazu animieren wolle, Merkel oder Gabriel anzugreifen. Man könne sie auch so interpretieren, dass man den Politikern nicht den physischen, sondern „quasi symbolisch, den politischen Tod“ wünsche - und das sei straflos.

Die Galgen werden über die eigene Homepage von Bernd O. angeboten. Zusätzlich wurden sie in dem Vereinsheim des „Heimattreue Niederdorf e.V.“ ausgestellt. Vorstand Thomas Witte betonte gegenüber unserer Onlineredaktion: „Wir produzieren die Galgen nicht, das wird jedoch oft angenommen. Sie sind nur bei uns ausgestellt, wie Deko.“ Jedoch zeigt er sich über die Ausstellung erfreut. „Wir überlegen, die Galgen in unseren Online-Shop aufzunehmen. Einen Teil des Gewinns würden wir dann gemeinnützigen Organisationen spenden, wie zum Beispiel Obdachlosen oder so. Das halten wir für eine gute Sache.“ Ob ein Teil des Betrags auch an Flüchtlingsheime geht, ist nicht bekannt.

Bernd O.: „Voll ins Schwarze getroffen.“

Auf unsere Nachfrage beim Konstrukteur Bernd O. erklärte dieser, dass es sich nur um eine Satire-Aktion handle. „Die meisten haben darüber gelacht. Man hat halt voll ins Schwarze getroffen.“ Über die eingestellten Ermittlungen gegen sich ist er erfreut. „Ich verkaufe ja nur, es muss ja jeder selber wissen, was er damit macht. Man kann den Galgen ja auch einfach auf den Schreibtisch stellen.“

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