Schwarze Null für 2019 geplant

Maschinen beim Küchenbauer Alno laufen wieder

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Das Gehalt der Mitarbeiter bei Alno wurde um 15 Prozent gekürzt. Foto: Felix Kästle

Nach verlustreichen Jahren als Alno AG soll der Küchenbauer wieder in die Gewinnzone geführt werden. Die neuen Geschäftsführer haben das Unternehmen geschrumpft und setzen vermehrt aufs Selbermachen.

Pfullendorf (dpa) - Der Küchenbauer Alno drängt nach der Übernahme durch den britischen Investor Riverrock mit neuem Elan zurück an den Markt: Die ersten 500 Küchen wurden bereits ausgeliefert.

"2018 wollen wir Marktanteile zurückgewinnen", kündigte der für Finanzen zuständige Geschäftsführer Thomas Kresser mit. 2019 will er bereits als Ergebnis mindestens eine schwarze Null erreichen. Die Alno AG war 2017 in die Insolvenz geraten. Riverrock kaufte das Stammwerk in Pfullendorf samt Maschinen ohne Schulden für rund 20 Millionen Euro. Anfang 2018 wurde die Arbeit unter neuer Führung wieder aufgenommen.  

Das Unternehmen wurde deutlich geschrumpft. Vor allem bei der Verwaltung habe man gekürzt, erklärte Geschäftsführer Andreas Sandmann. 2016 hatte die Alno AG seinen Angaben zufolge noch 1600 Mitarbeiter, heute sind es gut 320. Tochtergesellschaften im Ausland gibt es nicht mehr.

Das Gehalt der Mitarbeiter wurde um 15 Prozent gekürzt. Trotzdem haben viele den Arbeitsvertrag mit der neuen Gesellschaft unterschrieben. "Wir standen mit der Kündigung in der Tasche da", sagte ehemalige und aktuelle Betriebsratsvorsitzende Waltraud Klaiber. Viele Kollegen hätten aufgrund ihres Alters gefürchtet, keine neue Arbeit mehr zu finden. Der Betriebsrat habe die Gehaltskürzung mitgetragen. "Dieser Schritt war der richtige", so Klaiber. Nun müsse man gemeinsam in die Gewinnzone kommen, dann könne man wieder über mehr Geld sprechen. Derzeit gilt in der Produktion noch Kurzarbeit.

Die Neue Alno will sich im mittleren und gehobenen Preissegment etablieren und mit kurzen Lieferzeiten punkten. Um kürzere Reaktionszeiten zu haben, wurden einige Lieferantenbeziehungen gekappt. Entsprechende Teile werden künftig selber hergestellt, dazu zähle zum Beispiel die Lackierung von Glasfronten. Die hauseigene Lackiererei werde ein Schwerpunkt für die Investition der nächsten Jahre sein, kündigten die Geschäftsführer an. Mit zwei Dritteln der bisherigen Lieferanten arbeite man weiter zusammen. 

Die Neue Alno strebt nach Angaben der Geschäftsführer einen Exportanteil von 50 Prozent an. Im Ausland würden vor allem die hochpreisigen Küchen verkauft. In Deutschland sei der Markt recht genau geteilt - zu 50 Prozent würden günstigere Küchen mit einem Endkundenpreis von 4000 bis 8000 Euro verkauft, zu 50 Prozent hochpreisige Küchen mit zum Teil handgefertigten Komponenten.

Im Rückblick auf die Geschäfte der Alno AG sagte Finanzvorstand Kresser: "Hier wurde auf nichts geachtet schon gar nicht auf Kosten." Es sei erstaunlich, dass die Alno AG so lange durchgehalten habe.

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