Der Regierungschef im TV-Interview 

„Maria“ über Dominica: „Noch nie eine solche Zerstörung gesehen“

Die Insel Dominica bekam als eine der ersten die volle Wucht des Hurrikans „Maria“ zu spüren. In einem TV-Interview erklärte Regierungschef Skerrit nun, wie schlecht es wirklich um den Staat steht. 

Washington - Die bisherige Bilanz von mindestens 15 Toten dürfte demnach nur vorläufig sein. Denn immer noch gebe es keine Verbindung zu einigen direkt von „Maria“ verwüsteten Orten an der Ostküste der ehemaligen britischen Kolonie, sagte Regierungschef Roosevelt Skerrit in einem TV-Interview.

Der Premier war am Donnerstag (Ortszeit) eigens auf die nahe gelegene Insel Antigua geflogen, um dort im TV-Sender ABS der Außenwelt vom verheerenden Zustand auf Dominica mit seinen etwa 70 000 Einwohnern nach dem Durchzug von „Maria“ zu berichten. „Jedes Dorf in Dominica, jede Straße, jede Ritze, jede Person wurde vom Hurrikan getroffen“, sagte Skerrit. „Wir haben kein fließend Wasser, wir haben keinen Strom, und die Telefonverbindungen funktionieren nur begrenzt.“

Skerrit selbst hatte den Hurrikan der höchsten Stufe 5 am eigenen Leib zu spüren bekommen. Er überlebte nach eigenen Angaben in seinem Haus, Schutz unter einer Matratze suchend, als „Maria“ mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern das Dach des Gebäudes wegriss und Hochwasser eindrang. „Mein Dach ist weg. Ich bin der Gnade des Hurrikans ausgeliefert. Mein Haus wird überschwemmt“, schrieb er am Montagabend (Ortszeit) auf Facebook. Kurz darauf wurde der Regierungschef in Sicherheit gebracht. „Ich bin gerettet worden“, schrieb er anschließend.

Viele suchten sich die absurdesten Schlupflöcher, um zu überleben 

Im Sender ABS schilderte Skerrit nun, wie sich einige Einwohner Dominicas in Küchenschränke quetschten, um zu überleben. Viele Gebäude und Schulen seien dem Erdboden gleichgemacht. Das größte Krankenhaus der Insel habe keinen Strom, weil der Notfall-Generator unter Wasser stehe. Das Personal dort arbeite seit vier Tagen ununterbrochen.

Skerrit befürchtet zudem, dass die Zahl der Toten noch steigen wird. Straßen zu einigen schlimm getroffenen Orten an der Ostküste seien durch Sturmschäden blockiert. Nur per Boot und Flugzeug könne man sich annähern. Was er auf einem Flug über die betroffenen Gebiete gesehen habe, erscheine eine „fast komplette Zerstörung“, sagte er. „Es war brutal. Wir haben noch nie eine solche Zerstörung gesehen“.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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