Grafiker helfen digital nach

Lidl dachte, das hier merkt niemand - riesiger Shitstorm ist die Folge

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Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt das retuschierte Kreuz.

Lidl hat einige Kunden in Belgien und den Niederlanden gegen sich aufgebracht. Dabei wollte der Discounter offenbar nur Missverständnissen vorbeugen.

Brüssel - Griechische Gerichte erfreuen sich auch in Belgien und den Niederlanden großer Beliebtheit. Doch mit der Themenwoche „Griechenland“ hat sich Lidl bei unseren Nachbarn nicht nur Freunde gemacht. Die Verpackungen stoßen den Kunden sauer auf. So ist auf der Hülle der Auberginen-Lasagne „Mousaka“ der Discounter-Eigenmarke Eridanous die Kulisse der weißen Insel Santorin abgebildet.

Das Problem: An dem Bild haben sich Grafiker zu schaffen gemacht und - auf Lidl-Wunsch - sämtliche Kruzifixe der blaubedachten Kirchenkuppeln entfernt. Ein Kunde brachte eine Welle der Empörung ins Rollen, als er ein Bild der Verpackung ins Internet stellte und sich an die Medien wandte.

Schwere Vorwürfe auf Facebook-Seite

Besonders auf der belgischen Facebook-Seite des Unternehmens geht es seitdem hoch her. So schreibt dort ein User „Für uns Griechen ist das eine Beleidigung und untragbar.“ Aus Belgien kommt der Vorwurf: „Lidl diskriminiert Christen.“ Mehrere rechtspopulistische Seiten sollen sogar zum Lidl-Boykott aufgerufen haben.

Der belgische TV-Sender „RTL Info“ hakte beim Unternehmen nach. Die Antwort: „Wir wollten die Abbildung von religiösen Symbolen vermeiden, denn wir wollen keinen Glauben ausschließen. Wir respektieren Vielfalt - das erklärt das Design der Verpackung.“ Mit dieser Taktik hat sich Lidl nun aber ordentlich Ärger eingehandelt. Mittlerweile hat sich der Discounter für die Retuschierung der Kreuze entschuldigt.

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mol

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