Notstand ausgerufen

Waldbrände bedrohen Kalifornien: Dramatischer Kampf - „Die Ressourcen der Feuerwehr sind aufgebraucht“

Der US-Bundesstaat Kalifornien wird einmal mehr von Waldbränden heimgesucht. Die Situation gerät immer weiter außer Kontrolle. Der Gouverneur hat den Notstand ausgerufen.

  • Der US-Bundesstaat Kalifornien wird erneut von zahlreichen Waldbränden heimgesucht.
  • Gouverneur Gavin Newsom rief am Mittwoch (19.8.) den Notstand aus.
  • Die Feuerwehr geht auf dem Zahnfleisch: „Die Ressourcen der Feuerwehr sind aufgebraucht.“

San Francisco - Es sind Bilder wie aus einem Hollywood-Film. Wie grotesk eigentlich, dass die amerikanische Traumfabrik nur einige hundert Kilometer entfernt liegt. Von einem Traum kann jedoch keine Rede sein - vielmehr von einem Albtraum. Dieser hat aber nichts mit dem Coronavirus* oder einem Plan von US-Präsident Donald Trump* zu tun. Stattdessen: Im US-Bundesstaat Kalifornien toben Feuer.

Die Feuerwehr kämpft aktuell gegen 367 verschiedene Feuer, wie Gouverneur Gavin Newsom erklärte. Er rief am Mittwoch (19.8.) den Notstand aus. Heftige Busch- und Waldbrände haben den bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat im Griff. Dutzende Häuser wurden zerstört, Tiere verenden in den Flammen und tausende Menschen sind auf der Flucht. Besonders schlimm betroffen von den Flammenmeeren sind die Gebiete nördlich und südlich von San Francisco sowie die Weinanbaugebiete um die Städte Napa und Sonoma.

US-Bundesstaat Kalifornien steht in Flammen - Gouverneur ruft Notstand aus

Bewohner von Vacaville nordöstlich von San Francisco wurden mitten in der Nacht von Alarm schlagenden Feuerwehrleuten und Nachbarn geweckt und flüchteten im Schlafanzug aus ihren Häusern. Mehrere von ihnen erlitten Brandwunden während sie um ihr Leben rannten. In der Gegend um die Kleinstadt wüten allein derzeit um die 20 Brände.

Feuerwehrleute in Kalifornien führen einen ungleichen Kampf gegen ein gewaltiges Flammenmeer

Wie unter anderem der TV-Sender CBS Sacramento berichtete, starb ein Pilot im Bezirk Fresno County, als er mit seinem Hubschrauber Wasser für einen Löscheinsatz holen wollte. Zoe Keliher, eine Sprecherin der US-Verkehrsbehörde NTSB bestätigte, dass nur der Pilot an Bord war. Der Unfall wird nun untersucht.

Waldbrände in Kalifornien: Tausende Menschen auf der Flucht

Aktuell herrschen extrem warme Temperaturen im Südwesten der USA. In der vergangenen Wochen waren im Death Valley, dem Tal des Todes an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada, bis zu 54,4 Grad gemessen worden. Es wäre der höchste gemessene Wert seit über 100 Jahren. Die Weltorganisation für Meteorologie teilte auf Twitter mit: „Es wäre die höchste offiziell gemessene Temperatur auf Erden seit 1913.“

Um die Flammenmeere in den Griff zu bekommen, entsandten laut Gouverneur Newsom auch die benachbarten Bundesstaaten Nevada, Arizona und Texas Feuerwehrleute nach Kalifornien. Die Ausrufung des Notstandes ermöglichte es Newsom, zusätzliche Ressourcen seines Bundesstaats für den Kampf gegen die Feuer zu mobilisieren. Und die sind dringend nötig. Denn die lokalen Einsatzkräfte gehen auf dem Zahnfleisch. „Die Ressourcen der Feuerwehr sind aufgebraucht, da immer wieder neue Brände entstehen“, wird Feuerwehrsprecher Jeremy Rahn vom San Francisco Chronicle zitiert. „Die Größe und Komplexität dieser Flammenherde ist eine unglaubliche Herausforderung in allen möglichen Aspekten.“

Die Bilanz nach dem gestrigen Mittwoch (19.8.) war ernüchternd. Laut Feuerwehrangaben sollen im gesamten Bundesstaat mehr als 120.000 Hektar Land von den Flammen niedergewalzt worden sein. 105 Häuser wurden bislang zerstört, 70 weitere wurden stark beschädigt. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Noah Berger/ap/dpa/picture alliance

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