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Jared Kushner will mit Geld aus Saudi-Arabien in Israel investieren

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Von: Lukas Zigo

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Saudischer Kronprinz besucht USA
Jared Kushner (l) bei einem Trefen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman 2018. © dpa

Die USA vermitteln ein historisches Normalisierungsabkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Jared Kushner nutzt jetzt die dort gesammelten Kontakte.

Riad/Jerusalem – Der Schwiegersohn des Ex-US-Präsidenten Donald Trump, Jared Kushner, hat in dessen Amtszeit mitgeholfen, ein historisches Normalisierungsabkommen zwischen Saudi-Arabien und Israel zu vermitteln. Auf das zwischen den Rivalen getroffene Abkommen möchte Kushner nun mit seinem neuen Private-Equity-Fonds aufbauen. Im Rahmen des Fonds sollen Millionen von Saudi-Dollars in Israels „Silicon Valley“ investiert werden. Dies soll ein Zeichen für eine weite Verbesserung der Beziehungen sein.

Affinity Partners, der mehr als drei Milliarden Dollar aufgebracht hat, habe bereits die ersten beiden israelischen Firmen ausgewählt, in die investiert werden soll, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Zwei der drei Milliarden Dollar stammen aus dem Staatsfonds des Königreichs Saudi-Arabien.

Abraham-Abkommen: Kushner normalisiert Beziehungen und baut Investmentfonds auf

Dies ist das erste bekannte Beispiel dafür, dass Gelder des saudischen öffentlichen Investmentfonds nach Israel fließen. Es ist ein Zeichen für die wachsende Bereitschaft des Königreichs, mit dem Land Geschäfte zu machen, obwohl keine diplomatischen Beziehungen bestehen. Damit könnte ein Grundstein für eine weitere Normalisierung der Beziehungen gelegt werden.

Zwei Jahre nachdem die USA das historische Normalisierungsabkommen vermittelt haben, vertieft Israel seine Geschäfts- und Sicherheitsbeziehungen mit arabischen Staaten, einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate. Kushner, ehemaliger Berater im Weißen Haus, spielte eine entscheidende Rolle beim sogenannten Abraham-Abkommen.

Im Zuge dessen hat Kushner enge Beziehungen zu Saudi-Arabiens Kronprinzen Mohammed bin Salman, dem de facto Herrscher des Königreichs, aufgebaut. Seit seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus hat Kushner seine damaligen Kontakte im Nahen Osten genutzt, um seine Private-Equity-Firma aufzubauen. Diese könnte Investitionen in Israels Wirtschaft bedeuten und gleichzeitig die saudische Wirtschaft diversifizieren. Diese sucht nach Möglichkeiten, sich für die Zeit nach dem Öl aufzustellen.

Saudi-Arabien versucht händeringend seine Wirtschaft zu diversifizieren – Israel soll helfen

Das Königreich weist ein großes Haushaltsdefizit auf, was so lange kein Problem ist, wie das Land hohe Einnahmen aus dem Rohstoffverkauf generiert, die den Haushalt stützen. Die Planer in Riad wissen, dass der aktuelle Haushalt des Landes vollständig von Rohstoffexporten abhängig ist. Daher wollen sie die Gelder aus dem Rohstoffhandel heute nutzen, um sie in Geldquellen für morgen zu investieren.

Als Teil der Verhandlungen zur Sicherung der Finanzierungen des Königreiches stimmten saudische Beamte zu, dass Affinity Partners in israelischen Firmen investieren könne, sagten mit den Plänen vertraute Personen. Das Königreich könnte auch seine Wirtschaft für israelische Unternehmen öffnen, indem sie mit Kushner zusammenarbeiten, merkten sie an.

Kushner optimistisch über Beziehungsentwicklung zwischen Israel und Saudi-Arabien

Die Normalisierung zwischen Saudi-Arabien und Israel würde durch eine Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen beschleunigt, so Kushner. „Je mehr wir Geschäftsbeziehungen aufbauen und die Innovatoren der Region einander vorstellen können, desto mehr stärken wir diejenigen, die diesen neuen Weg einschlagen wollen, während wir diejenigen schwächen, die im alten Paradigma feststecken“, fügte Kushner hinzu. (lz)

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