CSU-Chef zettelt nächsten Streit an

Seehofer mit Affront gegen Merkel: "Dafür fehlt mir jegliches Verständnis"

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Merkel und Seehofer.

Nach der Zurechtweisung von Kanzlerin Merkel im Bundestag bleibt Innenminister Seehofer in der Islamdebatte bei seiner Position. Und er geht noch einen Schritt weiter.

Auch nach der Zurechtweisung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag beharrt Innenminister Horst Seehofer (CSU) in der Islamdebatte auf seiner Position. "Ich werde meine Politik nicht um ein Jota ändern", sagte Seehofer dem Spiegel laut einer Vorabmeldung vom Freitag. Zu der Aussage der Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung sagte der CSU-Chef: "Dafür fehlt mir jegliches Verständnis."

Seehofer hatte in der vergangenen Woche ausdrücklich betont, für ihn gehöre der Islam nicht zu Deutschland. Damit löste der neue Innenminister eine emotionale Debatte aus und erfuhr sowohl Unterstützung als auch heftigen Widerspruch. Merkel widersprach Seehofer umgehend.

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Merkel und Seehofer im Bundestag.

Merkel weiß, "dass viele ein Problem damit haben, diesen Gedanken anzunehmen“

In ihrer Regierungserklärung zum Programm der großen Koalition nahm Merkel das Thema dann noch einmal auf. "Es steht völlig außer Frage, dass die historische Prägung unseres Landes christlich und jüdisch ist", sagte sie am Mittwoch im Bundestag. Richtig sei aber auch, dass die Religion der viereinhalb Millionen Muslime hierzulande "inzwischen ein Teil Deutschlands geworden ist".

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Sie wisse, "dass viele ein Problem damit haben, diesen Gedanken anzunehmen - und das ist auch ihr gutes Recht", fügte die CDU-Vorsitzende hinzu. Die Bundesregierung habe eine ganz bestimmte Verantwortung, alle Diskussionen so zu führen, dass am Ende der Zusammenhalt der Gesellschaft "größer und nicht kleiner wird".

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Seehofer düpierte Merkel am CSU-Parteitag

Nach Spiegel-Informationen trafen die Äußerungen Merkels Seehofer völlig unerwartet. Er sei zutiefst verärgert, berichtete das Magazin.

Seehofer und Merkel beim mittlerweile legendären CSU-Parteitag 2015.

Mit diesen Aussagen könnte der CSU-Chef den nächsten Streit mit der Kanzlerin angezettelt haben, nachdem sich beide erst vor wenigen Monaten wieder angenähert hatten. Grund für den Zoff zuvor war die Frage der Obergrenze von Flüchtlingen, die Seehofer präferierte. Am CSU-Parteitag 2015 düpierte Seehofer Kanzlerin Merkel*, was den Konflikt verschärfte. Vor der Bundestagswahl rauften sich beide Parteivorsitzende wieder zusammen.

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afp, mke

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