Todesursache offen

Hamburg: Vier Obdachlose sterben auf der Straße

Ein Obdachloser liegt unter Decken auf einer Parkbank in Berlin. Foto: Paul Zinken/dpa
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Ein Obdachloser liegt unter Decken auf einer Parkbank in Berlin. Foto: Paul Zinken/dpa

Innerhalb von zwei Wochen sind in Hamburg vier Obdachlose auf der Straße verstorben. Jetzt wird die Politik zum Helfen aufgefordert.

Hamburg – Erst starb ein Mann am Silvestermorgen an den Hamburger Landungsbrücken, dann wurde am Neujahrstag ein toter Obdachloser im Schanzenpark entdeckt. Einen Tag später dann ein weiterer Fund: auf dem Altonaer Hauptfriedhof verstarb ebenfalls ein Obdachloser. Und in der Nacht zum Montag, dem 4. Januar verstarb ein weiterer Mann in der Altonaer Virchowstraße. Die Hamburger Polizei bestätigte die vier Todesfälle gegenüber der Obdachlosenzeitung Hinz & Kunzt. Woran die Männer gestorben sind, ist bisher nicht bekannt. Lediglich Fremdverschulden konnte die Polizei ausschließen. Jetzt fordert Hinz & Kunzt die Politik zum Helfen* auf. Das Sterben auf der Straße müsse gestoppt werden, schreibt die Zeitung auf ihrer Internetseite.

Außerdem müsse dringend geklärt werden, warum die Männer gestorben sind. Denn das könnte viele Gründe haben. Zum einen sind auch Obdachlose der Gefahr von Corona ausgesetzt – sie haben meist sogar ein sehr schwaches Immunsystem. Aber auch Drogen oder Alkoholmissbrauch könnten eine Rolle gespielt haben. Darüber hinaus könnten die Obdachlosen auch in der Kälte erfroren sein. Um letzterem entgegenzuwirken, fordert die Hamburger Linksfraktion den Hamburger Senat jetzt dazu auf, die Obdachlosen über den Winter in Hotels unterzubringen. Die Zimmer würden wegen der Corona-Pandemie aktuell sowieso leer stehen, so eine Sprecherin der Linken. Schon vor einiger Zeit hatten mehrere Hilfsinitiativen dafür gesorgt, dass einige Obdachlose bis Ende März Unterschlupf in leerstehenden Hotelzimmern* bekommen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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