„Seltsames, leuchtendes Ding“

Feuerball rast über Süddeutschland hinweg - das könnte der Grund sein

Ein helles, sich schnell bewegendes Licht am Abendhimmel hat am Dienstag zahlreiche Menschen in Süddeutschland zum Staunen gebracht.

Stuttgart - Was war das? In ganz Süddeutschland beobachteten Menschen gegen 17.45 Uhr ein helles, grünes Licht am Abendhimmel. Offenbar raste ein Meteor in die Erdatmosphäre, vermuten viele. Noch ist völlig unklar, ob es irgendwo einen Einschlag gab oder ob der Himmelskörper vollständig verglüht ist. 

Experte: Objekt war so groß wie ein Fußball

Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zu den Leoniden: Die Leoniden bilden einen Meteorstrom, der alljährlich im November zu beobachten ist. Sein Ursprung ist der Komet Tempel-Tuttle, der auf seiner Umlaufbahn um die Sonne Bruchstücke verliert. Diese verglühen dann insbesondere Mitte November in der Erdatmosphäre, sichtbar als Sternschnuppen. Das Aktivitätsmaximum ist in der Regel in der Nacht vom 17. auf den 18. November zu beobachten. 

Das glaubt auch Axel Quetz vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Quetz: „Möglicherweise war sie eine frühe Leonide. Der in die Erdatmosphäre eingetretene Himmelskörper könnte die Größe einer Faust oder eines Fußballs gehabt haben.“ Das Objekt dürfte vollständig verdampft sein. „Ein Feuerball dieser Größe und Helligkeit kommt über Deutschland alle ein bis zwei Monate vor“, so der Experte. Die meisten blieben allerdings unbemerkt, aufgrund des Wetters oder, weil sie sie zu hellen Tageszeiten auftreten.

Feuerwehr veröffentlicht Video auf Twitter

Auf Twitter beschreiben viele ihre Beobachtung - und auch die erste und bisher einzige Videoaufnahme des Himmelsspektakels findet sich dort. Sie stammt von der Feuerwehr Höchen, die zur saarländischen Stadt Bexbach gehört. Man sieht ein grünes Licht am Himmel vorbeirasen: 

Viele zeigten sich im Netz erstaunt über den grünen Feuerball am Himmel

Über 600 Meldungen bis zum Mittwochmorgen

Auf der Seite der „International Meteor Organization“ sind bislang 629 Meldungen (Stand 6.50 Uhr, Mittwoch) über Sichtungen des Objektes am Dienstag eingegangen. Sie erstrecken sich von Westfrankreich, über die Schweiz, ins Saarland, Baden-Württemberg bis Hessen. Auch in Bayern gab es Sichtungen. Bei den meisten Meldungen ist der Zeitraum 17.44 bis 17.50 Uhr angegeben. 

mag/dpa

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter(Feuerwehr Höchen

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