Auslieferung von Gülen

Erdogan macht USA ein Angebot - diese verschärfen sofort ihre Reisehinweise

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US-Präsident Donald Trump (r) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan während der UN-Vollversammlung in New York.

Der türkische Präsident hat der USA einen Deal vorgeschlagen, um die Auslieferung des Predigers Gülen zu erpressen. Daraufin verschärfte die US-Regierung die Reisehinweise.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der US-Regierung einen Austausch des in den Vereinigten Staaten lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen gegen den in der Türkei inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson angeboten. "Gebt ihn (Gülen) uns und wir werden ihn (Brunson) verurteilen und Euch zurückgeben", sagte Erdogan am Donnerstag in einer Ansprache. Die US-Regierung reagierte nicht auf den Vorschlag, verschärfte aber ihre Reisehinweise für die Türkei.

Andrew Brunson hatte mit seiner Frau Norine eine evangelikale Kirche in der westtürkischen Küstenstadt Izmir betrieben. Das Paar wurde im Oktober 2016 unter dem Verdacht festgenommen, die "nationale Sicherheit" der Türkei gefährdet zu haben. Während Norine Brunson kurze Zeit später freikam, blieb ihr Mann unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der Gülen-Bewegung inhaftiert. Die USA haben wiederholt seine Freilassung verlangt.

Die Gülen-Bewegung wird von Erdogan für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich gemacht. Seitdem wurden in der Türkei zehntausende mutmaßliche Anhänger des Predigers inhaftiert. Im August wurde ein neues Dekret veröffentlicht, das Präsident Erdogan das Recht gibt, verurteilte Ausländer gegen Türken im Ausland auszutauschen, wenn dies "notwendig für die nationale Sicherheit oder im Interesse des Landes" ist.

In seinem aktualisierten Reisehinweis empfahl das US-Außenministerium nun den US-Bürgern, "sorgfältig zu erwägen, ob eine Reise in die Türkei zu diesem Zeitpunkt notwendig ist". Ohne den Fall Brunson explizit zu erwähnen, warnte das Ministerium, dass die türkischen Behörden unter dem nach dem Putsch verhängten Ausnahmezustand US-Bürger festgenommen hätten, ohne diesen Zugang zu Anwälten oder Angehörigen zu gewähren.

Auch Deutschland hat die Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei bereits verschärft.

afp

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