Sorry mit angezogener Handbremse

Diesel-Skandal: BMW-Spitze rechtfertigt sich, klagt über Politik - und teilt gegen VW aus 

+
BMW-Chef Harald Krüger im April

Nach dem Eklat um Diesel-Pannen auch beim BMW hat sich Unternehmen entschuldigt. Mit einem großen Aber - und einem herben Seitenhieb auf den Konkurrenten VW.

München - BMW-Chef Harald Krüger und Aufsichtsratschef Norbert Reithofer haben eine Panne bei der Abgasreinigung eines Dieselmotors eingeräumt, aber jede Absicht bestritten. „Uns ist vor einigen Jahren ein Fehler unterlaufen“, sagte Krüger am Donnerstag auf der BMW-Hauptversammlung in München: Bei 11.700 BMW-Fahrzeugen sei irrtümlich eine nicht passende Software aufgespielt worden. Das Kraftfahrtbundesamt hatte im März den Rückruf der Autos wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet. Ebenfalls im März hatte es eine Razzia bei BMW in München gegeben.

Reithofer betonte, der „handwerkliche, menschliche Fehler“ habe nicht dazu geführt, dass die Abgaswerte auf dem Prüfstand niedriger gewesen wären als auf der Straße. Krüger sagte: „Mit einer gezielten Manipulation von Motorsteuerung und Abgasreinigung hat das nichts zu tun.“ Ähnlich hatte sich unlängst auch Audi zu aktuellen Vorwürfen geäußert. BMW warte jetzt auf die Genehmigung der Behörden, um die korrigierte Software aufzuspielen.

Lesen Sie auch: Nächster Hammer im Diesel-Skandal - droht VW-Autos die Zwangsstilllegung?

BMW-Chef klagt über „harte Regulierungen“

Harte Regulierungen seien heute populär, klagte Krüger. BMW aktualisiere die Software seiner Euro-5-Dieselautos ab Baujahr 2011, halte aber eine Hardware-Nachrüstung für technisch nicht sinnvoll. Einen Seitenhieb teilte der BMW-Chef gegen VW aus. „Zur Wahrheit gehört auch: Das Handeln einiger Hersteller hat der gesamten Branche geschadet“, sagte Krüger.

BMW sei aber die Nummer 1 bei elektrifizierten Fahrzeugen in Deutschland und in Europa, wolle dieses Jahr 140.000 Batterie- und Plug-in-Autos verkaufen, bringe nächstes Jahr einen Elektro-Mini und 2020 einen elektrischen BMW X3 auf den Markt. Europa müsse bei der E-Mobilität eine Vorreiterrolle übernehmen, forderte Krüger. Für das autonome Fahren „brauchen wir einheitliche Regeln und überall in der EU den 5G-Mobilfunkstandard“.

Lesen Sie auch: Konsequenzen aus Diesel-Skandal? Merkel will „Autoindustrie nicht schwächen“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.