Mängel festgestellt

Impf-Rückschlag! Deutschland fehlen 6,5 Millionen Dosen Johnson & Johnson

Die US-Behörden haben in einer Produktionsstätte des Impfstoff-Herstellers Johnson & Johnson Mängel festgestellt. Millionen Impfdosen dürfen nicht mehr benutzt werden. Deutschland trifft das nun hart.

Die Inzidenzen sinken - die Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität steigt in Deutschland. Maßgeblich entscheidend ist dabei der Fortschritt der Impfkampagne. Fast 22 Millionen Menschen (über 26 Prozent) sind in Deutschland schon vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Mehr als 60 Millionen Impfdosen wurden hierzulande bereits verabreicht. Großes Ziel ist die Herdenimmunität. Aber jetzt könnte ein Ausfall einen herben Rückschlag bedeuten. Wie echo24.de* berichtet meldet der Hersteller Johnson & Johnson massive Ausfälle.

Impfung gegen das Coronavirus – Deutschlands Impfkampagne in Gefahr?

Der Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson hat im Kampf gegen das Coronavirus einen entscheidenden Vorteil: Es ist nur eine Injektion nötig, um vollständig geimpft zu sein. Klar also, dass auch Deutschland auf die Lieferungen der Impfdosen wartet. Jetzt berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Wegen möglicher Verunreinigungen sind laut der US-Arzneimittelbehörde FDA „mehrere Ladungen“ des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson vernichtet worden.“

Mehrere Ladungen? Die Rede ist laut verschiedener US-Medien von rund 60 Millionen Impfdosen. Das hat auch Auswirkungen auf Europa. Für Deutschland bedeutet es eine Kalkulation mit dramatisch weniger Dosen. Vernichtet werden mussten die Ladungen dem Bericht zufolge, weil der FDA bei einer Überprüfung der Produktionsstätte mehrere Mängel aufgefallen waren. Mehrere Ladungen wiesen das Risiko auf, verunreinigt zu sein und durften daher nicht mehr genutzt werden. Vergangene Woche teilten die Behörden mit, dass weitere Impfdosen noch untersucht würden.

Coronavirus: Extrem-Ausfall bei der Lieferung des Impfstoffs von Johnson & Johnson

Ohne Herdenimmunität keine Rückkehr zur Normalität. Das dürften die meisten bereits mitbekommen haben. Allerdings scheint der Wunsch, diese im Herbst durch mehr und mehr Impfungen endlich zu erreichen, nun in weite Ferne zu rücken. Virologe Hendrik Streeck rechnet nicht damit, dass in Deutschland bis Herbst eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus entstanden ist*. „Ich bin skeptisch. Wir haben es ja nicht mit Impfstoffen zu tun, die vollständig vor einer Infektion schützen“, sagte Streeck gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Während die einen wegen Impfungen und sinkender Inzidenzzahlen in Bande-Württemberg* wieder zuversichtlicher werden, steht Heilbronn wieder unter einem Inzidenz-Schock*. Die Käthchenstadt verzeichnet den viertschlechtesten Wert in der Bundesrepublik.

Vermutlich stockt nun auch die weitere Produktion beim Hersteller Johnson & Johnson. Das RND schreibt nämlich: „Die Fabrik sei noch nicht wieder freigegeben, hieß es am Freitag seitens der FDA.“ Laut Bundesgesundheitsministerium trifft der Ausfall die deutsche Impfkampagne hart: Es wird nun bis Ende des Monats mit 6,5 Millionen weniger Impfdosen geplant. Diese Menge soll laut einer Ministeriumssprecherin im Juli dann schnellstmöglich nachliefert werden.

Johnson & Johnson liefert viel weniger Impfstoff nach Deutschland als geplant

10,1 Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson waren den deutschen Behörden bis zum Ende des zweiten Quartals zugesagt worden. Daraus wird nun nichts. Wie bei allen Impfstoffen wurden auch die Nebenwirkungen von Johnson & Johnson* debattiert. Obwohl Dänemark den Impfstoff aus seiner Impfkampagne gestrichen hatte, hat der Hersteller es bisher aber geschafft, ein weitgehend gutes Image aufrechtzuerhalten.

Geplant sind die Impfdosen von Johnson & Johnson für die Impfungen, die durch Betriebsärzte durchgeführt werden. Auch hier ist der entscheidende Vorteil die einmalige Spritze, denn auch der Verwaltungsaufwand in den Firmen wird dadurch kleiner gehalten. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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