Steuereinnahmen und Niedrig-Zinsen

Bestes Ergebnis seit Wiedervereinigung: Darum rollt der deutsche Rubel

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Haushaltsausschuss in Deutschland: Insbesondere die Einnahmen aus der Einkommens- und Vermögenssteuer stiegen  stark.

Dank eines Konjunkturbooms in Deutschland setzte es für die Staatskasse 2017 einen enormen Überschuss. Unter dem Strich blieb für Bund, Länder und Gemeinden ein Plus in Höhe von weit über 30 Mrd. Euro über.

Der deutsche Staat hat im vorigen Jahr einen Überschuss von 36,6 Milliarden Euro erzielt. Das sei absolut gesehen das größte Plus seit der Wiedervereinigung, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag unter Verweis auf aktualisierte Ergebnisse mit. Alle Ebenen des Staates erzielten einen Überschuss. Am höchsten war dieser demnach bei den Ländern mit 16,2 Milliarden Euro.

Mit größerem Abstand folgten die Sozialversicherungen mit einem positiven Saldo von 10,5 Milliarden Euro. Die Kommunen erreichten ein Plus von 8,8 Milliarden Euro, der Bund verbuchte einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro.

Der Finanzierungsüberschuss ergibt sich daraus, dass die Einnahmen höher waren als die Ausgaben. Insbesondere die Einnahmen aus der Einkommens- und Vermögenssteuer stiegen den Angaben zufolge stark (plus 6,4 Prozent im Vergleich zu 2016). Zudem gab es wegen der guten Arbeitsmarktlage ein kräftiges Plus bei den Sozialbeiträgen (4,6 Prozent). Parallel musste der Staat weniger für die Bezahlung seiner Schulden ausgeben, weil die Zinsen niedrig waren und der Schuldenstand sank.

Riesiger Überschuss: Ist es an der Zeit für Steuerentlastungen?

Der Gesamtüberschuss des deutschen Staates belief sich den Angaben zufolge auf 1,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das 2017 bei rund 3,26 Billionen Euro gelegen hatte. Die Berechnung ergibt sich aus dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 2010, dem international kompatiblen EU-Regelwerk für staatliche Rechnungslegung. Es dient auf EU-Ebene als Grundlage für die Überwachung der Haushaltslage in den Mitgliedstaaten.

„Wir haben Milliarden-Spielraum für Steuerentlastungen“: Timo Wollmershäuser ist Konjunktur-Chef des Münchner Ifo-Instituts. Im Interview erklärte er kürzlich, warum mit einem Abflauen der Konjunktur vor 2019 nicht zu rechnen ist.

AFP/tz/mm

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