Fischstäbchen-Streit

Darum rät die EU-Kommissarin keine Fischstäbchen zu kaufen 

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Die EU-Kommission rät Osteuropäern vom Kauf minderwertiger Marken-Lebensmittel ab. 

Butterkekse ohne Butter, Fischstäbchen fast ohne Fisch: Die EU-Kommission rät Osteuropäern vom Kauf minderwertiger Marken-Lebensmittel ab.

Brüssel -  „Verbraucher sollten vielleicht aufhören, Produkte zu kaufen, wenn sie nachweislich betrogen werden“, sagte Verbraucherkommissarin Vera Jourova am Dienstag in Brüssel. Boykott sei ein starkes Wort, das sie nicht verwenden wolle. Doch sollten Verbraucher informiert werden, um eigene Entscheidungen zu treffen.

Östliche EU-Staaten wie Tschechien und die Slowakei hatten sich wiederholt in Brüssel beschwert, weil Lebensmittel westlicher Marken in ihren Ländern in gleicher Verpackung schlechter seien. Nach Angaben der EU-Kommission enthält zum Beispiel eine Sorte Markenkaffee in den östlichen Ländern weniger Koffein, in Eistee sei Zucker durch künstliche Süßstoffe ersetzt.

In Tschechien hätten Fischstäbchen einen „erschreckend niedrigen Prozentsatz“ an Fisch, sagte Jourova, die selbst aus Tschechien stammt. Es gehe um Dutzende oder sogar Hunderte Produkte. In den vergangenen Wochen habe es immer mehr Hinweise gegeben. Die Kommission übermittelte den EU-Ländern Richtlinien zur Handhabe des EU-Rechts, um verbotene Praktiken zu unterbinden. Auch sollen einheitliche Vergleichstests entwickelt werden.

Jourova mahnte die Hersteller, die Qualität entweder anzugleichen oder minderwertige Waren zumindest in anderer Verpackung zu vermarkten. Einige Produzenten hätten bereits reagiert. Die Kommissarin nannte den Kekshersteller Bahlsen, der versprochen habe, anstelle von Palmöl in allen Butterkeksen tatsächlich Butter zu verbacken. Auch der Babynahrungshersteller Hipp wolle den Gehalt von Gemüse in seinen Gläschen angleichen. Negativbeispiele nannte sie zunächst nicht, drohte aber, sie werde Namen nennen, sobald Verfehlungen erwiesen seien. Zuletzt klagte Ungarn über die Nutella-Qualität in seinen Regalen.

dpa

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